Taizé: 32. Europäisches Jugendtreffen in Posen und Umgebung

Kreuzikone ist von Taizé entlang der polnisch-deutschen Grenze unterwegs

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ROM, 6. November 2009 (ZENIT.org).-Der Pilgerweg des Vertrauens führt die Brüdergemeinschaft von Taizé nun nach Posen. Das 32. Europäisches Jugendtreffen findet vom 29. Dezember 2009 bis 2. Januar 2010 in Poznan/Posen und Umgebung statt.

Zehntausende von Jugendlichen werden dort den „Pilgerweg des Vertrauens“ im eigenen Leben beginnen oder weitergehen. Eingeladen sind alle jungen Leute zwischen 16 und 35 Jahren. Vorgesehen sind Treffen in den Pfarrgemeinden, täglich drei gemeinsame Gebete, Bibeleinführungen und Thementreffen, Jugendlichen aus aller Welt begegnen, Mithilfe bei praktischen Arbeiten, gemeinsame Silvesterfeier!

Poznan liegt im westlichen Teil Polens und hat 600.000 Einwohner. Zur Bedeutung der Stadt als viertgrößtes Industriezentrum des Landes und bekannt für ihre internationalen Messen kommt ihre Rolle als Wiege des christlichen Glaubens hinzu. Der Kontakt zwischen Posen und Taizé reicht viele Jahre zurück und dank der Jugendlichen, die zahlreich von dort zu den Jugendtreffen nach Taizé kommen, ist dieser beständig ausgebaut worden.

Nach der Rückkehr aus Taizé ist es ihnen sehr wichtig in den Pfarreien mitzuteilen, was sie erlebt haben. In mehreren Gemeinden begannen, Gebete mit den Gesängen aus Taizé vorzubereiten. Mit der vollen Unterstützung des Erzbischofs und der öffentlichen Autoritäten haben die Jugendlichen in den vergangenen Monaten keine Mühen gescheut, das Treffen im Dezember bekannt zu machen.

So werden Familien, Gemeinschaften, Schulen und Pfarrgemeinden in Posen die Gäste aufnehmen und verpflegen. Jede Gruppe teilt sich nach der Ankunft in Posen auf verschiedene Pfarrgemeinden auf.

Derweil bereiten sich Jugendliche in vielen Ländern auf die Teilnahme vor. In der Stadt Lemberg in der westlichen Ukraine entstand die Idee, während der zweiten „Ökumenische Sozialen Woche“ einen „Tag des Vertrauens“ durchzuführen.

Vor dem Europäischen Jugendtreffen in Posen ist eine Nachbildung der Kreuzikone von Taizé entlang der polnisch-deutschen Grenze unterwegs, um in vielen kleinen Schritten etwas von dieser Begegnung vorwegzunehmen.

Die handgemalte Nachbildung ging in den 1980er Jahren nach dem ersten Besuch von Frère Roger in der DDR von Ort zu Ort. Auch in Polen war, wie in vielen anderen Ländern damals, eine solche Ikone unterwegs.

Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und 70 Jahre nach dem Ausbruch des letzten Weltkriegs, hat so ein Zeichen des Vertrauens und der Hoffnung eine tiefe Bedeutung. Die „Sächsische Zeitung“ kommentierte: „Bis zur Ostsee wechselt das Kreuz zwischen deutschen und polnischen Gemeinden und soll so eine Naht über die Wunde des Zweiten Weltkrieges legen. Die Symbolik ist kraftvoll und soll einen Beitrag zur Aufarbeitung leisten. Die Fäden sind die durch die Weitergabe zwischen deutschen und polnischen Gemeinden geknüpften Beziehungen.“

Die Kreuzikone war zunächst von Berlin aus in Frankfurt/Oder und setzte dann ihren Weg im Dreiländereck um Zittau fort. Von Zeit zu Zeit ist sie auch bei größeren Gebeten dabei. Die Kirchen der Stadtökumene Zittau luden zu einer ökumenischen Andacht unter dem Kreuz ein. Dabei wurden Fürbitten und Gebete als „Flaschenpost“ dem Grenzfluss Neiße übergeben. Die Kreuzikone stand geschmückt in der Kirche.

Schon vorher waren die Gemeinden beiderseits der Grenze für die nächsten Stationen verständigt worden. Zunächst ging die Ikone nach Hradek nad Nisou (Grottau) in der Tschechischen Republik, dann ins polnische Porajow (Großporitsch). Der Weg Richtung Norden führt anschließend nach Görlitz/Zgorzelec und über Cottbus und Guben/Gubin weiter. Viele Jugendliche, bei denen das Kreuz Station macht, waren im Sommer in Taizé und werden sich am Jahreswechsel in Posen wiedersehen.

(AR)