Taizé in Südostasien immer beliebter

Gebete erlauben eine tiefe Gotteserfahrung

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Von Michaela Koller

HO-CHI-MINH-STADT, 25. Februar 2010 (ZENIT.org).- In Südostasien erfreuen sich Gebetstreffen im Stil der Gemeinschaft von Taizé zunehmender Beliebtheit. Selbst in dem kleinen Kambodscha mit lediglich etwas mehr als 22.000 Katholiken gibt es eine Auflage von Taizé-Liederheften in der kambodschanischen Sprache Khmer. Im größeren Nachbarland Vietnam, wo fast sechs Millionen Katholiken leben, sind vor zehn Jahren Taizé-Begegnungen eingeführt worden und werden dort bestens angenommen. Die Nachrichtenagentur UCANews meldet, dass Katholiken dort für „eine tiefe Gotteserfahrung" während des Gebets dankbar seien.

Die katholische Vietnamesin Therese Bui Tam Hien wird von der asiatischen Agentur mit den Worten zitiert: „Ich liebe den Gottesdienst im Taizé-Stil. Er hilft mir, inneren Frieden zu finden." Die 25-Jährige besucht diese Gebetstreffen in der größten Stadt des Landes, Ho-Chi-Minh-Stadt, einmal in der Woche, jeweils am Dienstag. Dabei werden Lobpreislieder gesungen, aus dem Evangelium gelesen und in Momenten der Stille verharrt. „Das erfrischt Geist und Körper nach der Arbeit", meint Therese Hien dazu.

Mit den Gebeten fing Pfarrer Joseph Do Manh Hung an, der zuvor Spiritual im Priesterseminar war. Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man von Ho-Chi-Minh-Stadt hatte ihm vor zehn Jahren dazu den Anstoß gegeben, nachdem er von einer Zusammenkunft der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen aus Thailand zurück gekehrt war. Die ersten Zusammenkünfte kamen im Kreis der Seminaristen zustande, die diese Form der Spiritualität aufgriffen und in ihre jeweiligen Diözesen trugen.

Inzwischen sind 100 bis 150 Katholiken jede Woche wie Therese Hien mit dabei, wenn Pfarrer Hung zum Taizé-Gebet eingeladen hat. In mehr als 20 Pfarreien des Bistums gibt es so ein Angebot inzwischen, und in sechs weiteren Diözesen konnte sich das Taizé-Fieber ausbreiten. Am 9. Februar feierten 500 Priester, Seminaristen, Ordensleute und Laien das zehnjährige Jubiläum vietnamesischer Taizé-Spiritualität. Nicht nur Kardinal Man, sondern auch Bruder Alois Löser, Prior der ökumenischen Bruderschaft, kam dazu angereist. Der 85-jährige Katholik Pierre Bui Thanh Tam ist froh: Seine zwölf Kinder und Enkelkinder wollten daheim nie ein Abendgebet sprechen, bis sie schließlich die Taizé-Gebete kennenlernten.