Tausende von Teilnehmern am Tag der Familie in Madrid

Kardinal Antonio Maria Rouco Varela feierte die heilige Messe

Madrid, (ZENIT.org) | 873 klicks

Am Sonntag, dem 31. Dezember, dem Fest der Heiligen Familie, fand in Plaza de Colón in Madrid (Spanien) eine feierliche Messe unter dem Vorsitz von Kardinal Antonio Maria Rouco Varela statt. Die Messe begann nach der Botschaft des Papstes für die Familien. Zahlreiche spanische Prälaten konzelebrierten, darunter Kardinal Luis Martinez Sistach, Erzbischof von Barcelona, und Kardinal Antonio Cañizares Llovera, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, sowie Kardinal Vincenzo Paglia, Präsident des Päpstlichen Rats für die Familie.

In seiner Homilie sagte Kardinal Rouco unter anderem: „Das Fest der Heiligen Familie bringt uns heute, an diesem letzten Tag des Jahres 2012, wieder zusammen, um Gott für unsere Familien zu danken, die im Glauben an Jesus Christus verwurzelt sind, der der Erlöser der Menschheit ist. Denn nur eine Familie, die in der Fülle der Wahrheit verankert ist, die in der eindeutigen und unzerstörbaren Sprache der menschlichen Natur zum Ausdruck kommt, öffnet den Horizont der Hoffnung für den Menschen und für die Gesellschaft unserer Zeit.“ Diese Wahrheit werde dann erkannt, verstanden und vollkommen verwirklicht, wenn sie „in aufrichtiger Demut gesucht wird, durch das Anhören von Gottes Wort und der eifrigen Teilnahme am Sakrament der Eucharistie.“ In der Heiligen Familie von Nazareth habe „die Geschichte der Erlösung der Menschheit“ ihren Anfang genommen, „eine Geschichte, die keine noch so schwere Krise jemals aufhalten und schon gar nicht vernichten kann, selbst wenn sie es mit den schwersten und abscheulichsten Sünden der Menschheit aufnehmen muss.“

In Hinblick auf das Jahr des Glaubens erklärte der Kardinal, es sei an der Zeit, „die Glaubenslehre bezüglich den Institutionen der Ehe und der Familie bekannter zu machen. Die Wahrheit der christlichen Ehe ist für uns lebenswichtig. Es ist die Wahrheit, auf der jede Gesellschaft begründet ist, die sich auf gerechte, tief menschliche und fruchtbare Weise errichten möchte. Es ist unsere Zukunft! Diese Wahrheit zu ignorieren oder gar zu leugnen, bedeutet eine Gefährdung der geschichtlichen Überlebensfähigkeit der Familie. Ohne die Wahrheit der Ehe würde dieser lebendige Organismus, der die Gesellschaft ist, zerfallen. Die Menschheit selbst wäre bedroht!“

Außerdem sei die christliche Familie „die erste Zelle jenes übernatürlichen Organismus, den wir Kirche nennen“, des Leibes Christi. „Die Kirche zieht ihre Kinder durch das Sakrament der Taufe heran und erzieht sie durch das Wort Gottes, mit der unersetzlichen Hilfe der im Glauben verankerten Familie. Die christliche Familie ist der erste und wichtigste Ort, an dem Kinder im Glauben an Jesus Christus, den Retter der Menschheit, geboren und aufgezogen werden.“ Der Familienverband, gebildet aus Fleisch und Blut, geheiligt durch die Gnade der Sakramente, gelebt im Bewusstsein der bedingungslosen Hingabe Christi für die Menschen, sei der Nährboden, auf dem die menschliche Person geboren wird, heranreift und in ihrer vollen Würde als Kind Gottes aufwächst.

„Am Anfang jener Meinungen, die die Natürlichkeit der christlichen Familie leugnen, steht die Abneigung gegen Gottes Wort. Deshalb ist es wichtig, den Glauben in der eigenen Familie umzusetzen und dem Vorbild der Heiligen Familie von Nazareth zu folgen. Es ist nicht nur für die Zukunft eurer Familien und eurer Kinder wichtig; die Zukunft unserer Gesellschaft und der Kirche, ja, die Zukunft der Menschheit hängt davon ab! Es kann keinen Zweifel geben: Ihr seid die Hoffnung für die Welt von heute!“

Kardinal Rouco Varela forderte die christlichen Familien auf, stark zu sein: „Ihr müsst den Mut zur Treue und zur fortwährenden Erneuerung eurer fruchtbaren Liebe als Eltern und Eheleute haben. Seid stark und mutig, in Gemeinschaft mit der Kirche, den Bischöfen und Priestern, den Ordensleuten und allen gläubigen Laien.“

Der Glaube, so der Erzbischof von Madrid, gibt allen menschlichen Beziehungen Klarheit und Würde, indem er sie zum Ausdruck echter Liebe macht. „Diese Liebe verbindet alle Menschen, als Kinder Gottes, in ihren Familien, in der Gesellschaft und natürlich in der Kirche. Dank dieser Liebe wird es möglich sein, die dramatischen Situationen zu beenden, die aus der zu großen Leichtigkeit entspringen, mit der Ehen geschieden werden, worunter vor allem die schwächsten Mitglieder der Familien leiden: die Kinder. Dank dieser Liebe wird es möglich sein, die Tragödie der Abtreibungen zu beenden, die seit den 1970er Jahren in fast allen europäischen Ländern zum Massenphänomen geworden sind, unter dem Schutz der staatlichen Gesetze, die Abtreibung zunächst entkriminalisiert und dann legalisiert haben.“

Zum Abschluss seiner Homilie versicherte der Erzbischof von Madrid die Familien, dass es Hoffnung gebe, „diese furchtbaren Herausforderungen zu bestehen, indem die christlichen Familien im Gebet zusammenhalten, vereint mit dem liturgischen Gebet der Kirche, die sich der Liebe der Jungfrau Maria, der Mutter Jesu, anvertraut.“