Taylor-Schuldspruch ist ein starkes Signal

UN-Sondergericht für Libera trifft Entscheidung

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MÜNCHEN, 27. April 2012 (ZENIT.org/KIN). - Der Bischof von Cape Palmas im Südosten Liberias, Andrew Karnley, hat den Schuldspruch des UN-Sondergerichts für Sierra Leone gegen den früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor begrüßt. „Nicht nur für Liberia ist das ein starkes Signal“, sagte er gegenüber dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der ehemalige Präsident Liberias muss sich seit 2006 vor dem Gerichtshof in Den Haag für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verantworten. Taylor hatte das westafrikanische Land zwischen 1997 und 2003 regiert. Angeklagt ist er wegen Vergehen im Nachbarland Sierra Leone. „Wichtig ist, dass Taylor zur Rechenschaft gezogen wird. Er muss sich dem Recht stellen. Das ist ein klares Signal: Wer immer in Verantwortung steht, muss sich für sein Handeln verantworten“, betonte Bischof Karnley.

Während des Bürgerkriegs unter der Regentschaft Charles Taylors hat die Kirche nach den Worten von Bischof Karnley stark gelitten. Priester seien ermordet, die kirchliche Infrastruktur stark zerstört worden, zahlreiche Ordensleute hätten das Land verlassen. Inzwischen sei es mit Hilfe von außen gelungen, in den drei Bistümern Liberias, der Erzdiözese Monrovia sowie den Diözesen Cape Palmas und Gbarnga, Kirchen, Konvente oder Seminare neu zu errichten. „In Liberia gibt es starke Zeichen der Hoffnung, und doch bleibt sehr viel zu tun“, so der Bischof weiter.

Die Stimme der katholischen Kirche werde im Land wahrgenommen, weil sie sich in der Zeit des Bürgerkrieges gegen Gewalt und Terror gestellt habe. Die Präsidentin Liberias und Friedensnobelpreisträgerin von 2011, Ellen Johnson Sirleaf, habe den Einsatz des früheren Erzbischofs von Monrovia, Michael Francis, gewürdigt und ihn als Gewissen des Landes bezeichnet. Die Kirche stehe für einen Prozess der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des friedlichen Miteinanders. Zudem leiste die Kirche einen wichtigen Beitrag für Erziehung und Bildung. Gegenwärtig gibt es in Liberia 50 katholische Schulen.