Technik und Wissenschaft benötigen ethische Prinzipien: Benedikt XVI. begegnet Studenten

Traditionelle vorweihnachtliche Eucharistiefeier im Petersdom

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ROM, 14. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. begegnete am Donnerstagabend den Studenten der römischen Universitäten, die sich zur traditionellen vorweihnachtlichen Heiligen Messe in der Petersbasilika versammelt hatten. Der Liturgie stand Kardinalvikar Camillo Ruini vor.

Nach der Eucharistiefeier begrüßte der Heilige Vater die rund 10.000 anwesenden Studenten und überreichte ihnen und somit „der Welt der Universität, der Schule, der Kultur und der Erziehung“ ideell seine zweite Enzyklika Spe salvi.

In seiner Ansprache hob er die besondere Herausforderung der Moderne hervor. Im 17. Jahrhundert sei es in Europa zu einer wahren epochalen Wende gekommen. Seit dieser Zeit habe sich immer mehr die Überzeugung durchgesetzt, dass der menschliche Fortschritt der Wissenschaft beziehungsweise der Technik zu verdanken und der Glaube nur für das Seelenheil zuständig wären.

„Die beiden großen Ideengeber der Moderne – die Vernunft und die Freiheit – haben sich von Gott losgelöst, um autonom zu werden und sich gemeinsam an den Aufbau des „Reiches des Menschen“ zu machen, das praktisch dem Reich Gottes entgegengesetzt ist.“ Dies habe die Verbreitung einer materialistischen Konzeption zur Folge gehabt, die von der Hoffnung genährt ist, „dass durch die Änderung der wirtschaftlichen und politischen Strukturen endlich eine gerechte Gesellschaft ins Leben gerufen werden kann, in der Friede, Freiheit und Gleichheit herrschen.“

Der genannte Prozess, dem es nicht an Werten und historischen Motivationen fehle, enthalte jedoch einen grundlegenden Irrtum: „Der Mensch ist nämlich nicht nur das Produkt bestimmter wirtschaftlicher und sozialer Bedingungen.“

Benedikt XVI. bekräftigte: „Der technische Fortschritt bedeutet nicht automatisch, dass der Mensch auch moralisch besser wird, im Gegenteil: Ohne ethische Prinzipien kann von der Wissenschaft, der Technik und der Politik – wie dies ja der Fall war und leider noch immer so ist – nicht für das Wohl, sondern für das Übel des einzelnen und der Menschheit Gebrauch gemacht werden.“