„Teilhaben – Teil werden!“ Auftakt zur bundesweiten Interkulturellen Woche 2007 am Freitag

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BERLIN, 19. September 2007 (ZENIT.org).- Auf Initiative der großen Kirchen in Deutschland findet vom 21. September bis zum 29. September die diesjährige Interkulturelle Woche (Woche der ausländischen Mitbürger) statt. Sie steht ganz im Zeichen des Themas „Teilhaben – Teil werden!“ und wird am Freitag um 17.00 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Sankt Katharinenkirche in Frankfurt am Main offiziell eingeläutet.



Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, wird die Predigt halten. Mit ihm feiern der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Christoph Kähler, und der Griechisch-Orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos.

Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst laden um 19.00 Uhr die Stadt Frankfurt und der Ökumenische Vorbereitungsausschuss zu einem Empfang in den Kaisersaal des Römers in Frankfurt ein.

Vom 23. bis zum 29. September werden in rund 200 Städten und Gemeinden rund 3.000 Veranstaltungen die verschiedenen Aspekte des Leitgedankens „Teilhaben – Teil werden“ beleuchten.

In einem Gemeinsamen Wort erinnern die Repräsentanten der Kirchen an das Evangelium nach Johannes, das ein „Leben in Fülle“ (vgl. Joh 10,10) verheißt. Dazu gehöre auch die volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Niemand dürfe davon ausgeschlossen werden. Es sei ein Recht jedes Menschen, sich am gesellschaftlichen Leben „durch Mitentscheidung und Mitwirkung“ zu beteiligen. Das Motto der diesjährigen Aktion passe gut zur Zielsetzung der Europäischen Union, die das Jahr 2007 zum Europäischen Jahr der Chancengleichheit ausgerufen hat. Mit Sorge beobachten die Kirchen jedoch sowohl unter den Zuwanderern als auch unter den Bundesbürgern „Integrationshürden“, die mutig abgebaut werden müssten.

Auf der angeführten Webseite der deutschlandweiten Initiative werden Materialien zur Interkulturellen Woche 2007 angeboten.

Benedikt XVI. schreibt in seiner Botschaft zum diesjährigen Welttag der Migranten und Flüchtlinge: „Im Drama der Familie von Nazareth, die gezwungen ist nach Ägypten zu fliehen, erkennen wir die schmerzliche Lebenssituation aller Migranten, besonders der Flüchtlinge, der Verbannten, der Vertriebenen, der Asylanten, der Verfolgten. Wir erkennen die Schwierigkeiten jeder Migrantenfamilie, die Entbehrungen, die Demütigungen, die Bedrängnis und die Schwachheit von Millionen und aber Millionen Migranten, Flüchtlingen und Asylanten. Die Familie von Nazareth spiegelt das Abbild Gottes wider, das im Herzen jeder menschlichen Familie bewahrt wird, auch wenn es durch die Emigration entstellt und entkräftet worden ist.“

Der Heilige Vater ermutigt dazu, allen, die innerlich zerstört sind, Mut zu machen, ihr Selbstvertrauen wiederzuerlangen. Außerdem sollte man sich dafür einsetzen, „dass die Rechte und die Würde der Familien gewährleistet werden und dass ihnen eine Unterkunft zugesichert wird, die ihren Bedürfnissen entspricht. Die Flüchtlingen sind aufgerufen, eine offene und positive Haltung einzunehmen gegenüber der Gesellschaft, die sie aufnimmt, und sich aktiv zur Verfügung zu stellen bei Vorschlägen zur Beteiligung am gemeinsamen Aufbau einer integrierten Gemeinschaft, die ein ‚gemeinsames Haus‘ aller sein soll.“