Tempelreinigung für uns alle

Papst ermuntert die deutschsprachigen Pilger zum Empfang des Bußsakraments

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VATIKANSTADT, 11. März 2012 (ZENIT.org). – Papst Benedikt XVI. hat die deutschsprachigen Pilger nach dem sonntäglichen Angelus auf dem Petersplatz im Hinblick auf das Sonntagsevangelium zu einer „Tempelreinigung“ durch das Bußsakrament aufgerufen. Das Sonntagsevangelium berichte von der Tempelreinigung und von dem neuen Tempel, der er selber sei.

Wenn Christus in uns selber Gestalt annehme, würden auch wir immer mehr zu einem wahren Tempel. Im Sakrament der Buße gebe der Herr uns die Gelegenheit, diese Gestalt immer wieder zu erneuern:

„In jeder Beichte macht er uns neu zum Tempel, in dem er Wohnung nimmt“, so der Papst.

Der Heilige Vater grüßte auch besonders die Pilger des „Collegium Germanicum et Hungaricum“, die gerade zu der „ Siebenkirchen-Wallfahrt“ in Rom unterwegs sind.

Die Siebenkirchen-Wallfahrt folgt einer römischen Tradition, die aus der Spätantike stammt. Neu belebt wurde die Siebenkirchen-Wallfahrt durch den heiligen Philipp Neri. Im Jahr 1552, dem Gründungsjahr des„Collegium Germanicum et Hungaricum“, schlossen sich Priester unter Neris Leitung zum gemeinsamen Leben zusammen, die Oratorianer. Der heilige Philipp begann damit, Jugendliche mit Gruppenstunden, Predigten und Wallfahrten zu versammeln. Somit gestaltete er auch eine „Siebenkirchen-Wallfahrt“ mit Gesang, Picknick und Gebet. War es zunächst nur eine kleinere Gruppe, so wurde dieses Pilgern im Frühling schließlich für ganz Rom ein religiöses Ereignis, das entweder nach Ostern oder noch in der Karnevalszeit stattfand und somit ein Gegengewicht zu manchen Orgien in Kneipen darstellte.

Die Siebenkirchen-Wallfahrt beginnt für die Teilnehmer um 5.30 Uhr morgens in der Kollegkirche, führt dann über Santa Maria Maggiore, San Lorenzo, Santa Croce in Gerusalemme, San Giovanno in Laterano, San Sebastiano fuori le Mura und San Paolo fuori le Mura zum Petersdom. Auf dem Weg wird die Hl. Messe in San Lorenzo gefeiert, der ursprünglich konstantinischen Grabeskirche des heiligen Laurentius. Traditionell gedenkt man der sieben Wege Jesu während seiner Passion und der sieben Male, an denen er sein Blut vergossen hatte; man bittet um die sieben Gaben des Heiligen Geistes und die sieben Tugenden. Vor den jeweiligen Kirchen können Texte betrachtet werden und man betet den Rosenkranz.[jb]