Termine in der Gebetswoche für die Einheit der Christen

Meditation zur Woche der Einheit

Würzburg, (ZENIT.orgSant'Egidio) | 1127 klicks

Vom 18. bis 25. Januar begeht die Kirche die Woche für die Einheit der Christen. In dieser Woche betet auch die Gemeinschaft Sant‘Egidio überall auf der Welt für dieses Anliegen und organisiert ökumenische Gottesdienste. Es stehen noch folgende Termine an:

Donnerstag, 24. Januar

- Pfarrei SS. Simone e Giuda Taddeo, Via di Torrenova 162, um 18.30 Uhr
Gebet für die Einheit der Christen mit Valdo Bertalot von der Waldenserkirche: Pfarrei S. Famiglia von Nazareth in Centocelle, Piazzale delle Gardenie 45, um 18.45 Uhr

- Gebet für die Einheit der Christen mit Pater Iurie Hincu von der moldawisch-orthodoxen Kirche: Pfarrei S. Maria Janua Coeli, Via Cornelia 89, um 19.00 Uhr

- Gebet für die Einheit der Christen mit Pater Garnik Mkhitarian von der Armenisch-apostolischen Kirche: Pfarrei der SS Aquila e Priscilla, Via Pietro Blaserna 113, 19.00 Uhr

- Gebet für die Einheit der Christen mit dem Archimandriten Simeon Catsinas des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel: Pfarrei S. Giuseppe in der Via Nomentana, Via Francesco Redi 1, um 19.30 Uhr

- Gebet für die Einheit der Christen mit Pastor Jens-Martin Kruse von der deutschen evangelisch-lutherischen Kirche

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Meditation zur Woche der Einheit

Als Jesus seine Jünger im Moment seines Abschieds anblickte, betete er mit folgenden Worten: „Sie sollen eins sein“. Einige Zeit zuvor hatte er bereits zu ihnen gesagt: „Ich und der Vater sind eins“. Vielleicht war ihm beim Betrachten ihrer Gesichter klar geworden, wie sehr sie sich voneinander unterschieden und dass dies für sie ein Grund zur Trennung sein konnte. Später, als die Festnahme nicht mehr fern war, offenbarte Jesus seinen Traum und seine Hoffnung für die Jünger: „Sie sollen eins sein“. Wie Gott, der allmächtige Vater, der Herr der Welt, eins ist mit Jesus von Nazaret, so sollen auch seine Jünger in die Einheit dieser Familie eintreten – das ist Jesu Bitte. Sie sollen eins sein!

Doch wir Christen sind voneinander getrennt. Unsere Kirchen und Gemeinschaften sind voneinander getrennt. Sie sind verschieden. Sie unterscheiden sich in ihren Liedern, in den Formen des Gebets und in der Lebensweise. Viele Christen sind sicherlich nicht in der Lage, zu erklären, warum diese Trennungen zwischen den Gemeinschaften und zwischen den Kirchen bestehen. Man könnte sagen, dass die Verantwortung für diese Trennungen und für viele Missverständnisse bei Personen der Vergangenheit und bei fernen historischen Ereignissen liegt. Eines Tages entstand ein Geist der Trennung.

Jesus hat auch für uns gebetet. Und es stimmt, die Trennungen bestehen in unserem Herzen. Nicht nur in den verschiedenen Theologien, sondern in der Einstellung, die wir gegenüber den anderen einnehmen.

Oft sind auch wir Urheber von Trennungen, von fehlender Sensibilität und von Unverständnis! Wir sind dazu aufgerufen, auf das Gebet Jesu zu antworten: Sie sollen eins sein. Wir sind aufgerufen, täglich mit unserem Leben darauf zu antworten. Aber wie?

Verzichten wir auf die anmaßende Diktatur unseres Ichs, auf unsere Berechnungen und unsere mangelnde Sensibilität... Verzichten wir auf das Desinteresse am anderen, das zu einem Leben ohne Liebe führt. Wir alle müssen uns zur Liebe bekehren und die alten Gewohnheiten ablegen, die in uns sind, auf diese Rüstung, die uns voneinander entfernt und den anderen verletzt. Wir müssen alle umkehren und uns mit einem starken Gebet an Jesus, unseren Herrn, wenden, der uns geliebt hat und der uns für ein Leben in Liebe öffnet. Im ersten Johannesbrief lesen wir:

"Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen“ (1Joh 4,15-16).

Wir sind alle aufgerufen, die großen Spaltungen in der Welt zu heilen: die Spaltungen im alltäglichen Leben und in unserer Umwelt, die Spaltungen, die zwischen sympathischen und unsympathischen Menschen, Reichen und Armen, Gebildeten und Ungebildeten, Männern und Frauen, Ethnie und Ethnie, Gruppe und Gruppe, meinen Angelegenheiten und den Angelegenheiten von den anderen, meinen Anhängern und seinen Anhängern, Christen und Christen, Christen und Juden, Christen und Moslems... eine Trennung schaffen.

Wir leben in einer schwierigen Zeit. In vielen Teilen der Welt herrscht Krieg: im Irak, im Heiligen Land, in vielen Teilen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas... Dazu kommen Naturkatastrophen. Viele Menschen leiden.

In dieser schwierigen Welt können wir das Böse mit dem Guten besiegen: mit dem Guten der Liebe, mit dem Guten des Gebets, mit dem Guten der Hoffnung, der Hoffnung auf Jesus, den Herrn, der uns immer erhört und der bald kommen und uns Frieden geben wird.

Lasst uns eins sein in der Liebe: Schließen wir einen gemeinsamen Bund der Liebe. Auch wenn wir uns in unserer Geschichte, den Sprachen, der Spiritualität, den Gebräuchen und in unserem Aussehen unterscheiden... Lasst uns eins sein in der Liebe unter uns Christen. Lasst uns eins sein unter den Christen, so werden Hass und der Krieg durch die Liebe besiegt werden.

Aus dieser Liebe wird eine Kraft der Einheit entspringen! In der byzantinischen Liturgie sagt der Diakon vor der Einleitung zum Glaubensbekenntnis, dem Credo:

„Lieben wir einander, damit wir unseren Glauben in der Einheit des Geistes bekennen“.
Ja, in dieser Woche der Einheit beginnen wir, uns wirklich einander zu lieben, um den einen Glauben in der Einheit des Geistes zu bekennen.