Test zum Priesterjahr: „Schätzen sie das Priestertum?“

Spanischer Bischof bittet Gläubige mit einer Prise Humor um ernsthafte Antworten

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PALENCIA, 23. September 2009 (ZENIT.org).- Das Priesterjahr sollte nicht nur für dem Klerus zur Vertiefung seiner Berufung dienen. Auch die Gläubigen sollten gerade in diesem Jahr die Gelegenheit bekommen, ihre Einschätzung des Priestertums kundzutun. Für den spanischen Bischof José Ignacio Munilla aus Palencia ist dies Grund genug, einen originellen Test zu entwerfen.

„Schätzen wir das Priestertum, und lieben wir unsere Priester?", so fragte der Bischof in einem Posting auf der Website seiner Diözese. Zur Beantwortung dieser Frage bietet er einen Test mit dem Titel: „Schätzen Sie das Priestertum?“ an.

Um die Fragen zu beantworten, die der Bischof entworfen hat, benötige man auch „ein bisschen Humor“. Der Test enthält zudem konkrete Anweisungen, um die entsprechenden Antworten zu bewerten und das Niveau der eigenen Wertschätzung des Priestertums kennenzulernen.

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1. Haben Sie in letzter Zeit für Ihren Pfarrer, Bischof oder Papst Benedikt XVI. gebetet?

 
a. Ich weiß nicht einmal ihre Namen.

b. In der Messe gibt es in der Regel ein Fürbittgebet für sie, dem ich mich anschließe.

c. Ich tue es jeden Tag in meinem persönlichen Gebet.


2. Haben Sie sich einem Priester schon einmal eröffnet, und dies im Vertrauen, dass er Ihnen bei Ihren Problemen helfen kann?

a. Jeder muss seine Probleme selber lösen.

b. „Vier Augen sehen mehr als zwei." Es ist immer gut, auf andere zu hören und den Rat von jemandem, der uns helfen kann, zu akzeptieren.

c. Die größte Hilfe, die mir ein Priester erwiesen hat, waren seine Ratschläge, die mir zusammen mit der Vergebung Gottes im Sakrament der Beichte zuteil wurden.


3. Wenn ich merke, dass unter meinen Freunden Priester kritisiert werden ...

a. Ich folge ihrem Beispiel, um nicht aufzufallen.

b. Ich stelle mich taub und versuche, an etwas anderes zu denken.

c. Ich sage, was ich denke, und bezeuge meinen Glauben.


4. Ich halte einen Priester ...

a. für ein „Relikt" aus der Vergangenheit.

b. für einen Profi der Religion.

c. für einen Diener Gottes, „einen anderen Christus" unter uns.


5. Wie oft haben Sie den Pfarrer zu sich nach Hause eingeladen?

a. Den Priester rufen wir nur, wenn jemand gestorben ist.

b.Wenn die Großmutter bei uns ist, bringt er ihr immer die Kommunion.

c. Mehrmals. Ich war erfreut, als er uns seine Berufungsgeschichte beim Essen erzählte.


6. Wenn Sie einen Priester predigen hören ...

a. gebe ich nur acht, wenn er gute rhetorischen Fähigkeiten hat.

b. höre ich zu und bin ich an dem Thema interessiert, das er behandelt.

c. sehe ich ihn als ein Werkzeug an, durch das Gott zu mir spricht.


7. Wenn für die Priesterseminare gesammelt wird ...

a. denke ich: „Priester sind immer am Betteln."

b. Ich sage mir, es gibt Sammlungen für so viele Dinge! Jetzt noch eine!

c. Ich helfe gerne, weil ich glaube, dass keine Berufung aufgrund von Geldmangel scheitern sollte.



8. Wenn ich einen älteren Priester in der Kirche oder auf der Straße sehe...

a. denke ich, die Kirche geht bald unter.

b. hoffe ich, dass er die Messe schnell feiert.

c. danke ich Gott für seine Treue und für all das Gute, das er getan hat.



9. Wenn ich einen jungen Priester am Altar sehe ...

a. misstraue ich ihm wegen seiner mangelnden Erfahrung. Was wird er mir sagen?

b. beobachte ich ihn und versuche, ihn „einzuschätzen“.

c. danke ich Gott für seine Berufung, und bete für ihn.



10. Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Sohn Ihnen erklärte, er wolle Priester werden?

a. Ich würde ihn fragen, ob er verrückt ist, und ich würde ihn daran erinnern, auch das zu berücksichtigen, was andere über ihn denken können.

b. Ich würde ihn bitten, es nur nach reiflicher Überlegung und dem Abschluss eines Hochschulabschlusses zu tun.

c. Es wäre eine riesige Freude für mich, und ich würde ihn voll unterstützen.



11. Haben Sie schon einmal mit einem Kind, Jugendlichen oder jungen Menschen über die Möglichkeit gesprochen, eines Tages Priester zu werden?

a. Das ist doch sein Bier! Jeder soll sein eigenes Leben leben.

b. Ich bin der Meinung, dass alle Berufe geschätzt werden sollten, auch wenn sie sich von unseren Eigenen unterscheiden.

c. Ja, ich habe an jemandem Speziellen gedacht und für ihn gebetet. Bald werde ich es ihn wissen lassen.



12. Was halten Sie vom Ausdruck des heiligen Pfarrers von Ars: „Der Priester ist Ausdruck der Liebe des Herzens Jesu"?

a. Ich denke, das ist bodenloser Spiritualismus.

b. Ich denke, dass nur ein heiliger Priester so etwas sagen kann.

c. Ich glaube, dass dies genau so ist, aber „sie tragen diesen Schatz in irdenen Gefäßen" (2 Kor 4,7).


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Leitfaden für die Bewertung der Ergebnisse:

Wenn der Buchstaben „a" in der Mehrzahl Ihrer Antworten erscheint, so überrascht es mich, dass dieser Test überhaupt in ihre Hände gefallen ist. Aber ich danke Gott, dass dies geschehen ist. Als Priester, der ich bin, kann ich Ihnen sagen, dass Gott Sie liebt und dies auf eine so verrückte Weise, dass er von Ihnen eine Antwort der Liebe erwartet.

Wenn Sie auf die Mehrzahl der Fragen mit dem Buchstaben „b" geantwortet haben, dann möchte Ihnen sagen, dass Sie die Schätze, die Gott Ihnen durch das Priestertum vermitteln möchte, nicht so richtig genießen.

Aber wenn die Buchstaben „c" bei ihnen mehrheitlich vorkommen, dann bitte ich Sie: Hören Sie nicht auf, zu Gott um die Heiligung der Priester und um Priesterberufungen zu beten, da ich sicher bin, dass Gott auf Ihre Bitten hört.

[ZENIT-Übersetzung des spanischen Originals]