Thailand: Flüchtlinge aus Burma

Hilfsorganisation verhilft Flüchtlingen und Migranten zu Sakramenten

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Von John Newton

MYANMAR, Montag, 4. Juli 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - Die katholische Wohltätigkeitsorganisation unterstützt sechs Priester in ihrem heroischen Kampf, einer großen Anzahl von Migranten und Flüchtlingen in Thailand die Sakramente zu spenden.

Nach Angaben des kirchlichen Personals seien bereits etwa 2,5 Millionen Menschen aus Burma (Myanmar) nach Thailand eingereist, und ihre Zahl erhöhe sich von Tag zu Tag.

Thailands Bischof Joseph Visitnondachai von der Diözese Nakhon Sawan – landesweiter Leiter des katholischen Amtes für Nothilfe und Flüchtlinge -erklärte, dass die thailändische Kirche wegen ihres Priestermangels Priester aus Burma ins Land hole, um die Migranten zu versorgen.

Obwohl die burmanischen Priester leichter mit den Einwanderern zu kommunizieren könnten, verfüge die Kirche jedoch nicht über die nötigen Ressourcen, um die Grundversorgung für die Priester zu sichern.

Bischof Visitnondachai erklärte: „Zuerst wussten wir nicht, wie wir die Priester ernähren sollen -aber „Kirche in Not“ versicherte uns, „Macht euch keine Sorgen, wir werden euch helfen.“

Die Hilfsorganisation für Verfolgte und andere leidende Christen bietet Messstipendien für die Priester, damit sie sich das Nötigste kaufen können.

„Nur durch die Hilfe von „Kirche in Not“ können wir den sechs Priestern Messstipendien geben, die die Flüchtlingslager und Migranten besuchen“, so Bischof Visitnondachai.

Neben der Bereitstellung von Messstipendien für die Priester unterstützt KIN derzeit auch die pastorale Versorgung der Migranten und Flüchtlinge aus Burma mit 39.310 Pfund (44.000 Euro) über einen Zeitraum von zwei Jahren.  Diesem folgt ein Zuschuss von 62.880 Pfund (70.377 Euro)  für 2008-2010.

Burmanische Priester kümmern sich sowohl um Flüchtlinge als auch um Migranten – Menschen, die sich vor den bewaffneten Konflikten in Sicherheit bringen mussten oder aus sozialen und wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen haben.

Während es in Burma nur wenige Arbeitsplätze gibt und die Löhne im Vergleich zu den täglichen Ausgaben niedrig sind, braucht das benachbarte Thailand viele Handwerker.
Beide Gruppen begegnen erheblichen Restriktionen; Migranten dürfen nicht frei von einem Gebiet zum anderen zu reisen, sondern müssen sich in der Region aufhalten, wo sie arbeiten. Flüchtlinge wiederum dürfen weder das Lager verlassen noch arbeiten.

Die Menschen in den Lagern sind abhängig von den Lieferungen der Hilfswerke und nichtstaatlichen Organisationen.

Jede Woche statten die Priester in den Flüchtlingslagern Besuche ab, um Messen zu feiern, Beichte zu hören und andere Sakramente wie Taufe und Krankensalbung zu spenden.

Bischof Visitnondachai erläuterte: „Der Krankenbesuch ist sehr wichtig, denn dies ist die Aufgabe der Priester; Ein Priester kann jedoch nicht allein den ganzen Dienst für alle übernehmen, deswegen bauen wir eine Gruppe von freiwilligen Helfern (unter den Migrantengemeinden) auf.“

Die Ermöglichung der Beteiligung durch Laien war ein Schlüssel zum Aufbau und zur Erhaltung der Kirche unter den Burmanen.

Es gibt Laienkatecheten und Frauenverbände, die die Katecheten unterstützen, die Kinder zu unterrichten und regelmäßig mit ihnen zu beten.

Abschließend drückte Bischof Visitnondachai den Wohltätern von Kirche in Not seinen Dank aus.

Er sagte: „Ihre Unterstützung für die Burmanen ist wichtig, und obwohl Sie physisch nicht zugegen sein können, helfen Sie uns dabei, unsere Pflicht zu tun und Solidarität unter den burmanischen Migranten aufzubauen.“

„Vielen Dank, Kirche in Not!“

Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“, ein Werk päpstlichen Rechts, unterstützt die Kirche, die verfolgt wird oder nicht genügend Mittel für ihre seelsorgerischen Aufgaben hat. Durch Gebet, Information und Aktion hilft KIN, Christus der Welt zu bringen.

Es wurde 1947 vom P. Werenfried van Straaten gegründet, den Johannes Paul II. einen „bedeutenden Apostel der Nächstenliebe“ nannte. Heute hilft das Werk in mehr als 130 Ländern.

Kirche in Not ist ein pastorales Hilfswerk. Es hilft vor allem bei der Aus- und Weiterbildung von Seminaristen, Priestern und Ordensleuten, beim Bau und der Renovierung von Ausbildungsstätten und Kirchen. Seit 1979 startete KIN die Initiative der Herausgabe und Übersetzung der Kinderbibel: „Gott spricht zu seinen Kindern“. 48 Millionen Kopien der Bibel in 162 Sprachen wurden bereits auf der ganzen Welt verteilt.

[Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Czupy]