Thema Abtreibung: Ehemalige französische Ministerin und EU-Parlamentspräsidentin schwenkt um

Simone Veil: Leben vom Augenblick der Empfängnis an

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PARIS, 20. Juni 2007 (ZENIT.org).- Die ehemalige französische Ministerin und EU-Parlamentspräsidentin Simone Veil, die sich im Jahr 1975 für die Legalisierung der Abtreibung in Frankreich einsetzte, hat sich vor kurzem zur Würde des menschlichen Lebens vom Augenblick der Empfängnis an bekannt.



Simone Veil bekleidete von 1974 bis 1979 verschiedene Ministerposten in Frankreich. Von 1974 bis 1978 war sie Gesundheitsministerin (ab 1977 auch Ministerin für Soziale Sicherheit) und von 1978 bis 1979 Ministerin für Gesundheit und Familie.

„Es ist wissenschaftlich immer offensichtlicher, dass es sich von der Empfängnis an um ein Lebewesen handelt“, so das langjährige Mitglied des Europäischen Parlaments, das 1979 für zweieinhalb Jahre als erste Frau Präsidentin des erstmals direkt gewählten Europäischen Parlaments wirkte.

Die französische Stiftung Jérôme Lejeune (www.genethique.org) verbreitete ihre jüngsten Äußerungen zur Abtreibung in einem Zeitschriftartikel. Sie stammen aus einer Fernsehdebatte, die am 14. Juni auf „France 2“ zu sehen war. Die Stellungnahme der Politikerin bezog sich auf den dokumentierten Mord von Ungeborenen in Spanien, wo Abtreibungen bis zum 8. Schwangerschaftsmonat durchgeführt werden.

Einer Journalistin, die im achten Monat schwanger war, wurde in einer Privatklinik in Barcelona nahe gelegt, gegen eine Gebühr von 4.000 Euro die Abtreibung ihres Kindes vornehmen zu lassen.

„Simone Veil, die am 13. Juli 1927 in Nizza als Kind jüdischer Eltern geboren und im März 1944 nach Auschwitz und Bergen-Belsen verschleppt worden war, wo sie ihre Eltern und ihren Bruder verlor, stufte die Verhältnisse in Spanien als „schrecklich“ ein. Aber bedauerlicherweise könne man im Rahmen der europäischen Gesetzgebung nicht verhindern, dass Frauen aus ganz Europa nach Spanien reisten, erklärte die Trägerin des Karlspreises der Stadt Aachen. Der europäische Gerichtshof habe darauf bestanden, dass diese Angelegenheit auf nationaler Ebene entschieden werden müsse, erklärte Simone Veil.

In Frankreich macht sich derzeit ein neuer Trend bemerkbar: Immer mehr Ärzte weigern sich unter Berufung auf ihr Recht auf Gewissensfreiheit, eine Abtreibung durchzuführen.

„Man kann niemanden dazu zwingen, gegen seine Überzeugung zu handeln“, bekräftige Veil. Als die Abtreibung vor 28 Jahren in Frankreich legalisiert wurde, sei sie „mit der Kirche überein gekommen, dass man die Ärzte nicht zwingen dürfe. Das ist ein Punkt, auf dem man weiterhin bestehen muss. Man darf niemanden zwingen, gegen seine Überzeugung zu handeln.“