Theodechild von Sens (6. Jh.)

Fränkische Klostergründerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 349 klicks

Theodechild entstammte der fränkischen Königsfamilie. Sie war Tochter Theuderichs I. und eine Enkeltochter König Chlodwigs I. Theodechild war zunächst verheiratet, gründete dann aber in ihrer Heimat Sens ein Frauenkloster, das sie den heiligen Peter und Paul weihte. Die Abtei Saint-Pierre-le-Vif unterstand der Benediktinerregel. „Vif“ leitet sich aus dem französischen „vieux“ ab. Der Zusatz diente dazu, die Kirche von anderen gleichnamigen zu unterscheiden.

Theodechild hinterließ nach ihrem Tod dem Kloster ihre Güter, so dass es schnell zu großer Blüte gelangte. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte das Kloster, das in der Zwischenzeit in ein Männerkloster umgewandelt worden war, zahlreiche Plünderungen und Beschädigungen. Dem Kloster kam bis ins 17. Jahrhundert eine besondere Bedeutung zu, weil der Erzbischof jeweils vor seinem Amtsantritt in dem Kloster wohnte. In der Französischen Revolution wurde die Klosteranlage im Zuge der Säkularisierung verkauft und zu einer Privatresidenz umgebaut. Die Klosterkirche, in der Theodechild ihre letzte Ruhestätte fand, wurde abgerissen. Die Gebeine der Klostergründerin wurden deshalb in die Kirche Saint-Pierre-le-Rond verbracht. 1843 fanden sie ihre endgültige Ruhe in der Kathedrale von Sens, Saint-Etienne

Das von Theodechild gegründete Kloster wurde 1837 unter dem Namen „Couvent du Bon Pasteur“ wieder in Betrieb genommen. Später wurde es als Verwaltungsgebäude genutzt.