Theologinnen denken über das II. Vatikanum nach

Die Lehre des Konzils über Maria als Weg zur Versöhnung

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Von Antonio Gaspari

ROM, 4. Oktober 2012 (ZENIT.org).- Im Mittelpunkt der Betrachtungen einer am Donnerstag, dem 4. Oktober 2012, in Rom beginnenden Theologinnen-Konferenz steht das Zweite Vatikanische Konzil.

Der Austragungsort der vom italienischen Theologinnenrat (CIT) durchgeführten dreitägigen Veranstaltung ist das Päpstliche Athenäum Sant'Anselmo in Rom.

Laut Marinella Perroni, der Präsidentin des CIT, ist der Kongress eine Gelegenheit zum ökumenischen Vergleich zwischen auf unterschiedlichen Gebieten des theologischen Lernens und des kirchlichen Lebens wirkenden Gelehrten und zum Nachdenken über die Anerkennung des innerhalb der Kirche geleisteten Beitrags von Frauen während der letzten 50 Jahre.

Anlässlich der Präsentation der Konferenz führte ZENIT ein Gespräch mit Bischof Domenico Sigalini von Palestrina, dem nationalen Beauftragten der Katholischen Aktion.

Der Bischof begann mit folgender  Überlegung: „Wenn wir nur die Plätze betrachten, die die Frauen eingenommen haben, werden wir zu keiner Lösung gelangen. Wenn wir jedoch an den durchdringenden Charakter ihrer Glaubenserfahrung innerhalb des Volkes Gottes denken, so stellen wir fest, dass hier sehr viel geschehen ist“.

Im Zusammenhang mit der theologischen Forschung fragte ZENIT nach den Plänen des CIT hinsichtlich einer weiteren Betrachtung der Rolle Mariens in einer Zeit, in der Frauen als Kirchenlehrerinnen anerkannt werden.

Bischof Sigalini erwähnte die in den späten 1960er Jahren verbreiteten Tendenzen der Marienverehrung. Seinem Eindruck nach sei damals eine „Hervorhebung Mariens als Kränkung Jesu“ verstanden worden.

Er führte aus: „Damals herrschte eine große Diskussion im Konzil. Paul VI. trat persönlich für die Anerkennung Mariens als Mutter der Kirche ein. Dank dieses Einschreitens von Papst Paul VI. ist mir selbst eine Versöhnung mit Maria gelungen“.

Abschließend sprach Bischof folgende Worte: „Ich entstamme einer Generation, die den Feminismus exaltierte, doch die Tiefe des Glaubens dieser Frau hat mich berührt […] Maria musste ihrem Vater und ihrer Mutter gegenüber Rechenschaft ablegen, als sie ein Kind erwartete, aber keinen Mann erkannte. Sie musste die Konfrontation mit den anderen Frauen ertragen, die sie auslachten, als ihre Schwangerschaft sichtbar wurde.  Maria musste auch dem Gesetz gegenüber Rechenschaft ablegen, denn sie und ihr Kind hätten der Steinigung zum Opfer fallen können.  Sie ist eine große Frau des Glaubens, die von furchtbaren Gerichten umzingelt wurde“.