Thissen hofft auf Friedensbeitrag der afrikanischen Kirche

Erzbischof reist am 18. Oktober nach Äthiopien

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HAMBURG, 7. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Erzbischof Werner Thissen erhofft sich von der katholischen Kirche in Afrika einen Beitrag zur Befriedung des Kontinents. „Ich wünsche der afrikanischen Kirche, dass sie mit ihrer Kraft einen substantiellen Beitrag zur Versöhnung der Gesellschaften auf dem Kontinent leisten kann". Dies sagte Thissen, zuständiger Bischof für das Entwicklungshilfswerk Misereor, im Blick auf die in Rom versammelten Teilnehmer der zweiten Afrika-Synode.

Vor dem Hintergrund des Massakers in Guinea, der Auseinandersetzungen in Simbabwe, derKriege in Darfur, im Tschad und in Somalia und vieler regionaler Spannungen treffen sich vom 4. bis 27. Oktober rund 250 Delegierte, Bischöfe und Fachleute der Kirche.


Unter dem Thema „Die Kirche in Afrika - Im Dienst von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden" wollen sie Wege diskutieren, wie die Kirche in den aktuellen Auseinandersetzungen die Wunden der Kriege heilen, wahre Versöhnung bewirken und eine gerechtere Gesellschaft aufbauen kann.

Um sich selbst über die Versöhnungsarbeit vor Ort zu informieren, reist Erzbischof Thissen am 18. Oktober nach Äthiopien. Das Land mit seinen fast 80 Millionen Einwohnern aus vielen verschiedenen Ethnien ist eines der ärmsten Länder der Welt. Afrika braucht dringend einenWeg der Versöhnung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, aber auch mit denzerstrittenen Nachbarn Eritrea, Somalia und Sudan. Der Erzbischof will sich ein Bild davonmachen, wie die katholische Minderheit einen Beitrag zu Demokratisierung, Konfliktbewältigung und Entwicklung leisten kann. „Mein Besuch ist ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen und der Kirche vor Ort, die sich in vielen von Misereor unterstützten Projekten um die Belange der Ärmsten kümmert." Misereor finanziert Projekte der ländlichen Entwicklung, der Gesundheit und der Förderung der besonders benachteiligten Frauen mit jährlich etwa zwei Millionen Euro.

Die Afrika-Synode befasst sich auch mit aktuellen Wirtschaftsthemen wie den Auswirkungen der Weltfinanzkrise, die mit Verspätung, aber dafür mit viel mehr Wucht in Afrika angekommen ist. Auch die ungerechten Bedingungen, unter denen viele Rohstoffe abgebaut und ohne größere Wohlfahrtseffekte exportiert werden, sind Gegenstand der Beratungen. In vielen afrikanischen Ländern bemühen sich kirchliche Partner um gerechtere und transparente Wirtschaftsstrukturen. Misereor unterstützt sie in ihrem Dialog mit den Regierungen und mit der Entwicklung einer Budgetkontrolle im Sinne einer nachhaltigen und generationengerechten Entwicklung.