Thomas Merton (1915-1968)

Mönch, Priester, Schriftsteller und Glaubenszeuge

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 320 klicks

Thomas Merton wurde am 31. Januar 1915 in Prades in Frankreich geboren. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wuchs der Junge bei seinem Vater, einem Künstler, und in verschiedenen Internaten in Frankreich und Großbritannien auf. 1933 begann Merton ein Studium in Cambridge; zwei Jahre später wechselte er an die Columbia-Universität in New York, wo er Journalismus studierte. Nach dem Tod seiner Großeltern 1937 durchlebte Merton eine tiefe Krise, die ihn sich an den christlichen Glauben annähern ließ. Am 16. November 1938 erhielt er das Sakrament der Taufe. Drei Jahre später, am 13. Dezember 1941, wurde Merton Postulant in der Abtei der Trappisten „Our Lady of Gethsemani“ in Kentucky. 

1946 verfasste Merton eine autobiographische Schrift, die den Titel „The Seven Storey Mountain“ – „Der Berg der sieben Stufen“ trug. Das Buch verkaufte sich über eine Million Mal und wurde in fünfzehn Sprachen übersetzt. Es folgten bis zu seinem Tod im Jahr 1968 über 60 weitere Bücher und über 100 Gedichte und Artikel, in denen sich Merton mit spirituellen Themen und aktuellen Fragen der Zeit wie den Bürgerrechten, der Gewaltlosigkeit und den Atomwaffen auseinandersetzte. In den 60er Jahren nahm Merton aktiv an politischen Debatten zur atomaren Aufrüstung oder den Bürgerrechten der schwarzen Bevölkerung teil. Er war Gegner des Vietnam-Krieges und wurde schließlich verdächtigt, Sympathisant der Kommunisten zu sein. Merton beschäftigte sich nicht nur mit dem christlichen Glauben, sondern auch mit dem Buddhismus und Zen.

Merton, der 1949 zunächst zum Diakon, dann zum Priester geweiht, 1951 Präfekt für die Scholastiker und 1955 Novizenmeister geworden war, zog sich 1966 in das Leben als Eremit zurück. 1968 verließ Merton das Kloster, in das er 27 Jahre zuvor eingetreten war, um an einer Konferenz in Bangkok als Gastredner teilzunehmen. Während der lang angesetzten Asienreise begegnete er auch dem Dalai Lama.

Thomas Merton starb kurze Zeit nach seinem Vortrag im Hotel am 10. Dezember 1968 an einem Stromunfall. Seine Beisetzung erfolgte am 17. Dezember in seiner Abtei Gethsemani.