"Tiefe Besorgnis"

Erklärung von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zur aktuellen Debatte um Klonexperimente

Berlin, (DBK PM) | 446 klicks

Zur aktuellen Debatte um die Klonexperimente in den USA erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch:

„Jüngst veröffentlichte Forschungsergebnisse US-amerikanischer Wissenschaftler berichten, dass es gelungen ist, menschliche Stammzellen herzustellen. Dies löst eine tiefe Besorgnis aus, vor allem im Blick auf die ethische Problematik, auch wenn von interessierter Seite vieles beschwichtigend interpretiert wird. 

Die Deutsche Bischofskonferenz ist besonders angesehenen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen dankbar, dass sie ihre grundlegenden ethischen Bedenken geäußert haben. In Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern ist das reproduktive Klonen verboten. Die katholische Kirche hat vielfach eine weltweite Ächtung des reproduktiven Klonens gefordert. Im Übrigen geht es gewiss zuerst um die schreckenerregende prinzipielle Möglichkeit, dass am Ende auch Menschen geklont werden könnten. 

Die veröffentlichten Forschungen sind aber auch mit bedenklichen Verfahren verbunden. So mussten zweifellos viele Embryonen erzeugt und zerstört werden. Die Gewinnung der benötigten Eizellen setzt die beteiligten Frauen nicht nur einer höchst fragwürdigen Instrumentalisierung, sondern auch gefährlichen und schädlichen Nebenwirkungen aus. Die Sorge wächst, auch unter den Wissenschaftlern selbst, dass hier Grenzen überschritten werden, was dem Menschen aus grundlegenden ethischen Gründen nicht erlaubt ist.“