Time Magazin: Papst Franziskus "Person des Jahres"

Wichtigster Preis der internationalen Presse geht zum zweiten Mal an einen Papst

Rom, (ZENIT.org) Tanja Schultz | 343 klicks

Papst Franziskus ist für das US-amerikanischen Wochenmagazin „Time“ die „Person des Jahres“. Das wurde am heutigen Mittwoch bekannt gegeben. In nur neun Monaten Amt, heißt es in der Würdigung, hätte sich der neue Papst „ins Zentrum der wichtigsten Debatten unserer Zeit gesetzt, um Wohlstand und Armut, Fairness und Gerechtigkeit, Transparenz, Modernität, Globalisierung, die Rolle von Frauen, die Natur der Ehe und die Versuchungen der Macht.“

Der Vatikan nahm die Prämierung des Kirchenoberhauptes erfreut auf. „Es ist ein positives Zeichen, wenn eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der internationalen Presse an denjenigen geht, der in der Welt spirituelle, religiöse und moralische Werte verkündet und der wirkungsvoll für den Frieden und mehr Gerechtigkeit eintritt“, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi heute gegenüber Radio Vatikan. „Der Papst selbst sucht keinen Ruhm und Erfolg, sondern leistet seinen Dienst für die Verkündigung der frohen Botschaft von der Liebe Gottes für alle. Wenn dies Frauen und Männer anzieht und ihnen Hoffnung gibt, ist der Papst zufrieden. Wenn die Wahl des Papstes zur Person des Jahres bedeutet, dass viele diese Botschaft verstanden haben, freut er sich sicher darüber.“

Mit dem seit 1927 jährlich verliehen Titel werden von der Redaktion der renommierten Zeitschrift Personen oder Gruppen ausgewählt, die laut ihrer Ansicht die Welt im jeweiligen Jahr maßgeblich verändert oder bewegt haben. In die engere Auswahl fielen fünf Kandidaten, darunter der amerikanische Whistleblower Edward Snowden, der mit seinen Enthüllungen über die Überwachungs- und Spionagepraktiken der US-Geheimdienste eine diplomatische Krise heraufbeschwor. Als außergewöhnlich darf sicherlich die Wahl des Oberhaupts der katholischen Kirche bezeichnet werden. Vor Franziskus wurde nur ein einziger Papst zum „Mann des Jahres“ gekürt: Johannes Paul XXIII. im Jahr 1962, wenige Monate vor seinem Tod, um auf seine Verdienste hinzuweisen, die er in der Beilegung der Kubakrise und dem drohenden Atomkrieg erwarb. Der Papst hatte damals einen epochemachenden Friedensappell an die verfeindeten Präsidenten John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow lanciert.