Tipps von Papst Benedikt XVI. für den priesterlichen Alltag und die Sonntagspredigt

Was bei einem Priester nicht fehlen sollte

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ROM, 28. Februar 2007 (ZENIT.org).- „Ohne die Eucharistie ist ein Tag unvollständig“, unterstrich Papst Benedikt XVI. bei einer Begegnung mit Studenten, die sich im römischen Priesterseminar auf das Priestertum vorbereiten.



Diakon Marco Ceccarelli, der voraussichtlich am 29. April für die Diözese Rom zum Priester geweiht wird, fragte den Heiligen Vater während des Treffens am Samstag, dem 17. Februar, welchen Rat er ihm gäbe, um den Auftrag des priesterlichen Dienstes „am besten zu erfüllen“.

Benedikt XVI. wies darauf hin, dass es im Leben jedes Hirten der Kirche darauf ankomme, im Alltag „eine gewisse Ordnung“ beizubehalten. „Die Messe darf nie fehlen“, hob er hervor; diese Tatsache erlerne mann bereits im Priesterseminar. Die Feier der Eucharistie dürfe aber auch nie als eine „berufliche Pflicht“ verstanden werden, sondern vielmehr als eine Notwendigkeit, zu der man sich selbst verpflichtet fühle.

„Ein anderer wichtiger Punkt besteht darin, sich immer Zeit für das Stundengebet und somit für diese innere Freiheit zu nehmen“, fuhr der Papst fort. „Das Stundengebet befreit uns; es hilft uns, offener zu sein und mit dem Herrn in einem tiefen Kontakt zu stehen.“

Diese Fixpunkte dürften trotz aller Verpflichtungen in der Pfarrei nicht vernachlässigt werden; sie gewährleisteten eine „gewisse Ordnung, die nicht immer neu erfunden werden muss: ‚Serva ordinem et ordo servabit te‘ – Diene der Ordnung, und die Ordnung wird dir dienen.“

Ein weiterer Rat des Bischofs von Rom war es, „nie die Gemeinschaft mit anderen Priestern“ aufzugeben. Darüber hinaus verwies er auf die Bedeutung des „persönlichen Kontakts mit dem Wort Gottes, mit der Meditation“, der nicht verloren gehen dürfe.

„Ich habe ein ziemlich einfaches Rezept: die Vorbereitung der Sonntagspredigt mit der persönlichen Betrachtung verbinden. Dann werden diese Worte nicht nur anderen gesagt, sondern es werden Worte, die der Herr wirklich mir selbst sagt, Worte, die in einem persönlichen Gespräch mit dem Herrn gereift sind.“

In diesem Sinn ermutigte Benedikt XVI., schon am Montag damit anzufangen, die Predigt des darauf folgenden Sonntags vorzubereiten – „denn wenn man am Samstag anfängt, ist es zu spät“, fügte er hinzu.

„Schon am Montag sollten die Lesungen des kommenden Sonntags, die vielleicht sehr unzugänglich erscheinen, einfach nur gelesen werden… Lassen wir das Herz diese Lesungen verdauen. Im Unterbewusstsein arbeiten die Worte, und jeden Tag kommen sie ein wenig stärker zurück. Es ist klar, dass man auch Bücher konsultieren muss, soweit das möglich ist. Und mit dieser täglichen inneren Arbeit sieht man, wie Schritt für Schritt eine Antwort heranreift. Und da ich in dieser Zeit lebe, werden sie auch zu einem Wort für die anderen.“

Dieser Prozess führe nicht nur dazu, dass die Sonntagspredigt klare Konturen bekomme, sondern auch dazu, dass das eigene Herz vom Wort des Herrn ergriffen werde – selbst dann, wenn man nur wenig Zeit habe.

„Ich denke, das Wesentliche ist: Eucharistie, Stundengebet, tägliches Gebet und Gespräch mit dem Herrn über sein Wort, das ich verkünden soll. Und: Nie die Freundschaft mit den Priestern verlieren, das Hören auf die Stimme der lebendigen Kirche; und dann natürlich die Verfügbarkeit gegenüber den mir anvertrauten Menschen, denn gerade von ihnen – mit all ihren Leiden, Glaubenserfahrungen, Zweifeln und Schwierigkeiten – können auch wir lernen, wie man Gott sucht und findet.“