Todesstrafe abgeschafft: Philippinische Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo bei Papst Benedikt XVI.

Christliche Werte finden "Ausdruck und Rückhalt" im Gesetz

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ROM, 26. Juni 2006 (ZENIT.org).- Heute Vormittag wurde die philippinische Staatspräsidentin Gloria Macapagal Arroyo von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen.



Die höchste Politikerin der südostasiatischen Präsidialrepublik mit ihrer Hauptstadt in Manila hatte am Samstag mit ihrer Unterschrift die vom Kongress beschlossene Abschaffung der Todesstrafe (vgl. ZENIT vom 8.Juni) bestätigt und der neuen Regelung damit Gesetzeskraft verliehen. Rund 1.200 Häftlinge, darunter elf Terroristen aus dem Umfeld von Al Quaida, werden dank der neuen Gesetzeslage, für die sich vor allem die katholische Kirche stark gemacht hatte, nicht mehr mit der Vollstreckung der Todesstrafe rechnen müssen, sondern mit einer lebenslangen Haftstrafe.

Wie Joaquín Navarro-Valls, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, heute öffentlich bekannt gab, wurde die philippinische Staatspräsidentin mitsamt ihrer Familie und einer Regierungsdelegation vom Heiligen Vater in Empfang genommen.

"Im Lauf der herzlichen Unterredung hat die Präsidentin dem Papst das neue Gesetz vorgestellt, mit dem die Todesstrafe abgeschafft wird und das am Samstag, dem Fest des heiligen Johannes des Täufers, unterzeichnet wurde."

Präsidentin Macapagal Arroyo habe dem Heiligen Vater zudem ihren Plan zur Reform der philippinischen Verfassung vorgestellt, "der auf eine harmonischere Entwicklung des Landes abzielt, indem den ärmeren Bevölkerungsgruppen bevorzugtes Interesse entgegengebracht wird".

Außerdem seien "günstige Perspektiven" hinsichtlich des Dialogs mit der muslimischen Bevölkerung und der Hoffnung auf nationale Versöhnung erörtert worden.

Gemäß dem heute vorgelegten Bericht von Navarro-Valls hat die philippinische Staatspräsidentin während der Begegnung mit dem Bischof von Rom nachdrücklich unterstrichen, dass die christlichen Wurzeln, zu denen sich die Mehrheit der philippinischen Bevölkerung bekenne, "auch in der staatlichen Gesetzgebung Ausdruck und Rückhalt" fänden.

Gut 83 Prozent der rund 89 Millionen Einwohner des fünftgrößten Inselstaates der Welt sind Katholiken.