"Tragt es in die Welt als Zeichen der Liebe Jesu Christi zur Menschheit"

Kreuzweg mit den Jugendlichen auf der Strandpromenade von Copacabana

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 363 klicks

Papst Franziskus erinnerte die Jugendlichen, die am Kreuzweg auf der Strandpromenade der Copacabana teilnahmen, an den Auftrag des seligen Johannes Paul II.: „Tragt es in die Welt als Zeichen der Liebe Jesu Christi zur Menschheit, und verkündet allen, dass es nur im gestorbenen und auferstandenen Christus Heil und Erlösung gibt“ (Grußworte an die Jugend [22 April 1984]: Insegnamenti VII,1.(1984), 1105).“

Der Papst forderte die Jugendlichen dazu auf, sich während des Kreuzwegs vor allem drei Fragen stellen: „Was habt ihr, liebe Jugendliche aus Brasilien, auf dem Kreuz zurückgelassen während dieser beiden Jahre, in denen es euer riesiges Land durchquert hat? Und was hat das Kreuz Jesu in jedem von euch hinterlassen? Und schließlich, was ist die Lehre dieses Kreuzes für unser Leben?“

Das Kreuz sei durch viele Kontinente gezogen, die oft sehr unterschiedliche Lebenssituationen aufwiesen. „Niemand kann das Kreuz Jesu berühren, ohne etwas von sich selbst darauf zurückzulassen und ohne etwas vom Kreuz Jesu in das eigene Leben hineinzutragen.“

Papst Franziskus bezog sich anschließend auf die vielgestaltigen Probleme unserer Welt und erläuterte sie anhand einer alten Überlieferung der Kirche von Rom. Als der Apostel Petrus versucht habe, vor der Christenverfolgung Neros zu fliehen, habe er Christus getroffen, der zu seinem Erstaunen in die entgegengesetzte Richtung gelaufen sei. „‚Herr, wohin gehst du?‘ Die Antwort Jesu lautete: ‚Ich gehe nach Rom, um noch einmal gekreuzigt zu werden.‘“ Da habe Petrus begriffen, dass „er mutig dem Herrn bis zum Ende folgen musste, aber er begriff vor allem, dass er niemals allein war auf dem Weg; bei ihm war immer jener Jesus, der ihn bis in sein Sterben am Kreuz hinein geliebt hatte. Seht, Jesus durchwandert mit seinem Kreuz unsere Straßen, um unsere Ängste, unsere Probleme, unsere Leiden – auch die tiefsten – auf sich zu nehmen.“

Papst Franziskus führte Beispiele von Leid und Elend, das in unserer Welt herrscht, auf, um die Nähe und Liebe Jesu zu den Menschen aufzuzeigen: Gewalt, Tod, soziale Probleme, Drogenprobleme, Hunger, Verschwendung, Diskriminierung, politische Verfolgung, Egoismus, Korruption sowie Unlauterkeit von Christen und Dienerns des Evangeliums: „Durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit dem Schweigen der Opfer von Gewalt, die nicht mehr schreien können, vor allem mit den Unschuldigen und den Wehrlosen; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit den Familien in Schwierigkeiten, die den Verlust ihrer Kinder beweinen oder daran leiden, dass sie sie in den Fängen künstlicher Paradiese wie der Droge sehen; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit allen Menschen, die Hunger leiden in einer Welt, die täglich tonnenweise Lebensmittel wegwirft; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit allen, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Vorstellungen oder einfach wegen ihrer Hautfarbe verfolgt werden; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit den vielen jungen Menschen, die ihr Vertrauen in die politischen Institutionen verloren haben, weil sie Egoismus und Korruption sehen, oder die ihren Glauben an die Kirche und sogar an Gott verloren haben wegen der Unlauterkeit von Christen und von Dienern des Evangeliums.“

Abschließend ermutigte Papst Franziskus die Jugendlichen: „Im Kreuz Christi ist das Leiden, die Sünde des Menschen – auch die unsere –, und er nimmt alles mit offenen Armen auf, lädt unsere Kreuze auf seine Schultern und sagt zu uns: Nur Mut! Du bist nicht allein, sie zu tragen! Ich trage sie mit dir, und ich habe den Tod überwunden und bin gekommen, um dir Hoffnung zu schenken, um dir Leben zu geben (vgl. Joh 3,16).“