Transalpine Redemptoristen wieder in voller Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl

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ROM, 15. Juli 2008 (ZENIT.org) – Eine Gemeinschaft von Mönchen, die der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. nahe stehen, erreicht die kanonische Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl.



Der Generalvikar der Transalpinen Redemptoristen, Pater Michael Mary, schrieb jetzt im Internet-Weblog sowie auf der Homepage der Kongregation, dass die Gemeinschaft darüber glücklich sei, „wieder in ungeteilter und friedlicher Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl zu stehen und sich unsere Priester nun wieder in gutem kanonischen Stand befinden“.

Er habe am 18. Juni beim Heiligen Stuhl vor Kardinal Darío Castrillón und den Mitgliedern der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ darum angesucht, alle kanonischen Sanktionen für die Priester aufzuheben. Am 26. Juni akzeptierte der Heilige Stuhl das Ansuchen: Alle kanonischen Verweise wurden aufgehoben.

Pater Michael Mary schreibt: „Wir sind unserem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. zutiefst dankbar für die Veröffentlichung des Motu Proprio „Summorum Pontificum“ im letzten Juli, das uns zu einer nicht zur Diskussion gestellten und friedlichen Gemeinschaft mit ihm aufforderte. Nun haben wir diese eindeutige Gemeinschaft! Es ist dies eine Perle von hohem Wert; ein Schatz, der im Acker verborgen ist; eine Süße, die von denen, die sie nicht geschmeckt haben, nicht nachempfunden werden kann.“

„Sein Wert kann in menschlicher Sprache nicht voll zum Ausdruck kommen“, so der Generalvikar. „Deshalb hoffen wir, dass alle traditionalistischen Priester, die es bisher noch nicht getan haben, dem Aufruf Papst Benedikts XVI. folgen, um so in den Genuß der Gnade der friedlichen und nicht zur Frage stehenden Gemeinschaft mit ihm zu kommen.“ Der nächste Schritt bestehe jetzt darin, die Gemeinschaft kanonisch zu errichten. Pater Michael Mary beendet seinen Brief mit einem Aufruf zum Gebet: Es werde viele Kreuze zu tragen geben, „aber sie werden gesüßt sein von der Gnade der letzten Tage“.

Im Jahr 1988 hatte der Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre, unerlaubt vier Priester zu Bischöfen geweiht. Diese Handlung bezeichnete Papst Johannes Paul II. im Motu proprio Ecclesia Dei als einen „schismatischen Akt“, insofern dieser Ungehorsam „eine wirkliche Ablehnung des Römischen Primats in sich schließt“.
 
Die Transalpinen Redemptoristen haben ihre Zentrale seit 1999 auf Papa Stronsay, einer kleinen Insel im Norden Schottlands. Die Ordensbrüder leben im Golgotha-Kloster und veröffentlichen die Zeitschrift „The Catholic“.

Ein zweites Kloster wurde erst vor kurzem in Christchurch (Neuseeland) gegründet. Auch das Weblog dieses Klosters hat die Meldung der wieder hergestellten Gemeinschaft mit Rom veröffentlicht.

Die Regel der Transalpinen Redemptoristen beruft sich auf die des hl. Alfons von Liguori, eine hierarchische Verbindung mit dem Redemptoristenorden ist jedoch nicht gegeben.