Treffen der Katecheten mit Papst Franziskus

Seid kreativ, und habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 358 klicks

Am vergangenen Freitagnachmittag traf Papst Franziskus die Teilnehmer des Internationalen Katechetischen Kongresses, der im Rahmen des „Jahr des Glaubens“ stattfand. Der Pontifex unterstrich in seiner langen Ansprache, dass die Katechese ein Pfeiler für die Glaubenserziehung sei, und dankte den Anwesenden für ihre Arbeit und ihr Bemühen in der und für die Kirche. Auch wenn es nicht immer einfach sei und nicht immer gleich Ergebnisse sichtbar erkennbar seien, so sei die Glaubenserziehung doch eine schöne Arbeit. Den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dabei zu helfen, den Herrn kennen und lieben zu lernen sei eines der schönsten erzieherischen Abenteuer. Ein Katechet zu sein, sei eine Berufung, keine Arbeit, da es das ganze Leben beeinflusse.

Der Papst erinnerte an die Worte von Benedikt XVI., die Kirche wachse nicht durch Proselytismus, sie wachse durch ihre Attraktivität. Dazu gehöre, Zeugnis des Glaubens zu geben und in seinem Leben überzeugend zu sein, mit die wichtigsten Aufgaben eines Katecheten. Er berief sich auf Franz von Assisi, der gesagt habe, das Evangelium müsse zur Not mit Worten gepredigt werden, doch entscheidender sei die Tat, die Vorbildfunktion. Es erfordere Liebe, um Katechet zu sein, Liebe zu Christus und seinem Volk. Diese Liebe sei ein Geschenk Christi. Man solle eng bei ihm bleiben, in ihm, mit ihm, indem man mit ihm spreche.

Das wichtigste für einen Jünger sei, bei seinem Lehrmeister zu bleiben, auf ihn zu hören und von ihm zu lernen. Dies sei ein Weg, der das ganze Leben andauere, so Papst Franziskus. Dabei würde der Titel „Katechet“ an sich nur wenig Bedeutung haben, denn Katechet zu sein bedeute, ein bestimmtes Verhalten an den Tag zu legen, nämlich bei Christus zu sein. Dabei sei es nicht wichtig, auf welchem Weg dies gelinge, sondern dass es gelinge.

Jedoch sei es nicht nur entscheidend, bei Christus zu sein, sondern auch von ihm auszugehen. Dies bedeute, ihm gleich zu tun, aus sich herauszugehen und andere zu treffen. Dabei müsse man Jesus ins Zentrum seines Lebens rücken, was einem dabei helfe, aus sich herauszukommen und sich den anderen gegenüber zu öffnen. Wo ein Leben in Christus sei, entstehe eine „Dynamik der Liebe“. Dies sei die Aufgabe des Katecheten: aus Liebe unentwegt aus sich herauskommen, um von und über Jesus zu reden. Auf der einen Seite stehe die Vereinigung mit Jesus, auf der anderen begegne man den anderen. Dies bedeute in der Konsequenz, dass man keine Angst davor haben müsse, an die Peripherien zu gehen, aus den üblichen Schemata auszubrechen und Gott zu folgen. Dabei sei die Kreativität eines jeden Katecheten gefragt, die er ohne Zweifel besitze, denn sie helfe dabei, nicht rigide zu werden.

Papst Franziskus sagte, dass ein Christ, der geschlossen in seiner Gruppe, seiner Gemeinde, seiner Bewegung, lebe, krank werde. Wenn er hingegen auf die Straße hinausgehe, könne es zu Unfällen kommen, aber er, der Papst, ziehe eine unfallgeschädigte Kirche einer kranken Kirche vor. Es brauche mutige Katecheten, die auf die Straße hinausgingen, und nicht die, die nur lernten und alles wüssten. Jesus begleite sie auf diesem Weg und lasse sie nicht allein.

Abschließend sagte Papst Franziskus: „Liebe Katecheten, geht immer von Christus aus! Ich danke euch für das, was ihr tut, aber vor allem danke ich euch dafür, dass ihr in der Kirche seid, im voranschreitenden Volk Gottes. Bleiben wir bei Christus – bleiben wir in Christus – versuchen wir immer mehr, eins mit ihm zu werden. Folgen wir ihm, ahmen wir ihn in seiner Bewegung der Liebe nach, in seiner Begegnung mit den Menschen; und gehen wir hinaus, öffnen wir die Türen, haben wir den Wagemut, neue Wege bei der Verkündung des Evangeliums zu gehen. Der Herr möge euch segnen und die Madonna euch begleiten. Danke!“