Tremmel kritisiert "wahlkampfbedingte Verbalraketen"

Diözesanratsvorsitzender äußert sich in Debatte zur sogenannten Armutszuwanderung

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 268 klicks

Hans Tremmel, Vorsitzender des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising, hat Äußerungen von Politikern in der Debatte um die sogenannte „Armutszuwanderung“ aus Bulgarien und Rumänien scharf kritisiert: „Wer Wahlkampf und Stimmung gegen Menschen macht, der muss mit Widerspruch und kann nicht mit dem Kreuzchen von uns Christen rechnen“, heißt es in einem Beitrag für die Münchner Kirchenzeitung vom 26. Januar 2014. Differenziertes Argumentieren liege manchen Wahlkämpfern nicht, so Tremmel weiter, die „wahlkampfbedingten Verbalraketen“ und „selbstgebastelten Knaller“, die „im Hinblick auf vermeintlich bessere Chancen bei den Kommunal- und Europawahlen“ gezündet würden, seien aber gefährlich: „Sie können nach hinten losgehen.“

Ängste und Ressentiments zu schüren sei nicht klug, sondern berechnend, betont Tremmel: „Diese Rechnung aber kann nicht aufgehen, wenn unter dem Strich ein freies, friedliches und gerechtes Europa stehen soll.“ Die Freizügigkeit sei kein „Machwerk gegen Deutschland“, kein „Angriff auf unser sauer verdientes Geld und unsere Sozialkassen“, sondern „die klare Konsequenz eines vereinten Europas, an der unsere demokratischen Parteien mit viel Energie mitgewirkt haben und dass sich gerade in der Krise bewähren muss.“ Verantwortungsvolle Politiker sollten sich an ihre eigenen Europabekenntnisse erinnern, „die sie mit großem Pathos bei verschiedenen Feierstunden verkünden“, so Tremmel.

Der Diözesanratsvorsitzende kritisiert in seinem Beitrag, dass die Chancen und positiven Aspekte der Freizügigkeit kleingeredet oder verschwiegen würden und fordert, die Menschen aus Bulgarien und Rumänien stattdessen herzlich zu begrüßen: „Willkommen in unserer Wertegemeinschaft. Willkommen im Land des Fachkräftemangels. Willkommen beim Exportweltmeister, der euch dringend braucht, um dem demografischem Desaster zu entgehen. Willkommen in unserem freiheitlich demokratisch und eben auch sozialen Rechtsstaat.“ (gob)

Hinweis:

Der Beitrag von Hans Tremmel ist unter www.erzbistum-uenchen.de/Dioezesanrat/Page032143.aspx abzurufen.

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)