Türkei: Anschlag auf Kapuzinermönch

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MERSIN/AUGSBUG, 14. März 2006 (ZENIT.org).- In der südtürkischen Großstadt Mersin wurde am Samstagabend ein Kapuzinermönch von einem jungen Mann mit einem Messer bedroht. Bischof Luigi Padovese, Apostolischer Vikar in Anatolien und Stellvertretender Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz, berichtete, dass es sich in der betroffenen Pfarrei bereits um den zweiten Anschlag auf einen katholischen Geistlichen innerhalb von zwei Monaten gehandelt habe.



In Augsburg erklärte Bischof Padovese anlässlich des von "Kirche in Not" veranstalteten internationalen Kongresses "Treffpunkt Weltkirche", dass der bedrohte Kapuzinermönch Hanri Leylek den Angriff geistesgegenwärtig abzuwehren vermochte und dass die Polizei den Täter noch am selben Abend festgenommen habe.

Nach Angaben des Opfers hatte sich der Attentäter unter dem Vorwand, einen Priester sprechen zu wollen, Zutritt zu einem Pfarreigebäude verschafft, in dem eine Jugendgruppe gerade ein Passionsspiel einstudierte. Nachdem der junge Türke den Mönch mehrmals beschimpft hatte, zückte er ein 80 Zentimeter langes Messer und bedrohte ihn.

Bei einem ähnlichen Vorfall in derselben Pfarrgemeinde, in der 700 Katholiken leben, wurden die Türen des Pfarrhauses zerstört und mehrere Bücher verbrannt.

Dr. Norbert Neuhaus, Generalsekretär des pastoralen Hilfswerks "Kirche in Not", das unter anderem auch die christliche Minderheit in der Türkei unterstützt, wies darauf hin, dass die Katholiken in der Türkei verängstigt seien, da derartige Provokationen und Aggressionen nicht abreißen wollten. Er rief die türkischen Behören dazu auf, diese dramatische Entwicklung ernst zu nehmen und die Sicherheit der türkischen Christen zu gewährleisten.