Türkei: Kloster Mor Gabriel soll Grundstück wiederbekommen

Stellvertretender Ministerpräsident Bülent Arinc teilte dies mit in einem "Tweet"

Rom, (Fides) | 507 klicks

Der Verband der Stiftungen, in der sich Einrichtungen zusammenschließen, die in der Türkei den Besitz der in der Minderheit lebenden Religionen verwaltet, hat beschlossen, dass das Grundstück des historischen Klosters Mor Gabriel an die syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft zurückgegeben wird. Der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arinc teilte dies in einem „Tweet“ am Ende der Sitzung des Verbandes mit, in deren Rahmen ein entsprechender Beschluss gefasst wurde. Wie Beobachter aus der Türkei dem Fidesdienst mitteilen, bestätigte der Geschäftsführer des Verbandes der Stiftungen, Aidan Nertem, das ein Eintrag der Übergabe des Eigentums problemlos genehmigt werden kann. Noch im vergangenen Jahr hatte das oberste Berufungsgericht der Türkei einen Berufungsantrag der syrisch-orthodoxen Stiftung abgelehnt, in dem diese eine Rückgabe des Klosters, das sich bisher im Besitz des Staates befand, forderte.

Das im Jahr 397 auf der Hochebene von Tur Abdin (Provinz Mardin) gegründete Kloster Mor Gabriel, ist das älteste heute noch existierende syrisch-orthodoxe Kloster. Die Rückerstattung des rund 244.000 Quadratmeter großen Grundstücks an die syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft ist die bisher größte Grundstücksrückgabe der Türkei an eine in der Minderheit lebende Religionsgemeinschaft. 

Vor kurzem hatte die syrisch-orthodoxe Glaubensgemeinschaft von der türkischen Regierung auch die Erlaubnis zur Gründung von Schulen erhalten, an der Schüler aus der Gemeinde in ihrer Muttersprache unterrichtet werden können.

Der Sitz des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien befand sich im 13. Jahrhundert in der Nähe von Mardin im Kloster Mor Hananyo und blieb dort bis zum Umzug nach Syrien (zunächst nach Homs und dann nach Damaskus) im Jahr 1933 erhalten. Nach Ansicht von Beobachtern könnte die von den türkischen Behörden seit kurzem angewandte Strategie der Zuwendung gegenüber syrischen Christen auf die Begünstigung einer „Rückkehr“ des syrisch-orthodoxen Patriarchats in die Türkei abzielen.

(Quelle: Fidesdienst, 09/10/2013)