Türkei: Syrische Christin wird zweite Bürgermeisterin von Mardin

Die 25jährige Februniye Akyol Benno ist die erste christliche Frau an der Spitze der strategisch wichtigen Stadt

Rom, (Fides) | 478 klicks

Bei den türkischen Kommunalwahlen am vergangenen 30. März – bei denen die Partei von Premierminister Recep Tayyp Erdogan bestätigt wurde – wurden in verschiedenen Städten auch Frauen in das Amt des Bürgermeisters gewählt. In Mardin im Südosten des Landes an der Grenze zu Syrien wurde der erfahrene kurdische Politiker Ahmet Türk zum Bürgermeister gewählt. Das Amt des zweiten Bürgermeisters wird jedoch mit der 25jährigen syrischen Christin Februniye Akyol Benno besetzt, die damit als erste christliche Frau in die Leitung der wichtigen Stadt im Südosten der Türkei gelangt. Akyol Benno absolviert derzeit ein Master-Studium im Fach syrische Sprache und Kultur am Institut für Linguistik der Artuklu-Universität in Mardin. Bei öffentlichen Ansprachen und Interviews mit türkischen Medien betonte die junge Akademikerin, dass sie vor allem die Luftverschmutzung in der Stadt – die eine Anerkennung als Weltkulturerbe der UNESCO anstrebt – reduzieren will. Gleichsam will sie auch die häusliche Gewalt gegen Frauen und die patriarchalische Mentalität in der Region bekämpfen.

In jüngster Zeit hatte die politische Führung in der Türkei der syrischen christlichen Minderheit zunehmendes Augenmerk geschenkt. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte türkische Christen, die das Land verlassen haben, zur Rückkehr aufgefordert. Und in der Provinz Mardin sollen eventuell syrische Christen aufgenommen werden, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen. Die türkischen Behörden planen in Mydiat (seit Jahrhunderten syrisch-christliche Enklave in der Provinz Mardin) ein Flüchtlingslager für syrische Christen, das 4.000 Flüchtlingen Unterkunft bieten soll. (GV)

(Quelle: Fides 2/4/2014)