"Tut allen Gutes"

Bernardina Maria Jabloñska (1878-1940)

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 324 klicks

„Man muss alles binden, damit es uns Nutzen bringt: Ähren bindet man, Bäume und Blumen auch. Was man im Ganzen erhalten will, muss gebunden werden. Je stärker die Bande, desto sicherer ist der Erhalt der gesammelten Dinge. Auf diese Weise wirkt auch die Nächstenliebe. Ohne die Nächstenliebe zerfallen die angesammelten Tugenden: Wozu nutzten sonst Barmherzigkeit, Arbeit, Gehorsam usw. – wenn die Liebe fehlt? Gott bietet uns sehr viele Gelegenheiten zur Nächstenliebe; lassen wir uns nicht die Kleinste davon entgehen“, wie die selige Bernardina Maria Jabloñska in ihren Schriften darlegte. 

Bernardina Maria Jabloñska wurde am 5. August 1878 in Pizuny geboren. Sie erhielt eine religiöse Erziehung. Wie ihre Mutter, so übte sich auch Bernardina in besonderer Devotion gegenüber der Muttergottes. Schon in Jugendjahren las sie religiöse Literatur und entschloss sich, ein Gott geweihtes Leben zu führen.

Mit der rauen Wirklichkeit wurde die junge Bernardina während eines Volontariats in einem Heim für Obdachlose in Krakau konfrontiert. Für das junge Mädchen war die Situation so unerträglich, dass sie sogar aufgeben wollte; doch es gelang ihr, diesen schwierigen Moment zu überwinden.

1902 wurde Bernardina Generaloberin der Albertiner-Schwestern, die von Bruder Albert, ihrem Förderer, mitgegründet worden waren. Gemeinsam mit Bruder Albert gründete sie weitere Heime für Obdachlose und Krankenhäuser. Zeitlebens betete sie inständig, insbesondere zur Allerheiligsten Eucharistie. Bei ihrer praktischen Arbeit für die Kongregation kümmerte sie sich besonders um die Armen.

Sie starb am 23. September 1940 und wurde auf dem Friedhof Rakowicki in Krakau bestattet. In ihrem Testament hinterließ sie die Botschaft: „Tut allen Gutes.“ Das Seligsprechungsverfahren wurde am 23. Mai 1984 von den Albertiner-Schwestern durch Kardinal Franciszek Macharski eingeleitet und am 3. Mai 1986 in Rom eröffnet. Zeitgleich wurden ihre sterblichen Überreste auf den Friedhof der Kirche „Ecce Homo“ in Krakau umgebettet. Am 6. Juni 1997 wurde sie vom seligen Johannes Paul II. seliggesprochen.