Über Aktualität und Bedeutung der Mariologie

Gianfranco Kardinal Ravasi am 23. Internationalen Mariologischen Kongress in Rom

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ROM, 10. September 2012 (ZENIT.org). - Am Abschlusstag des 23. Internationalen Mariologischen Kongresses mit dem Thema „Die Mariologie vom Zweiten Vatikanischen Konzil. Rezeption, Bilanz und Perspektiven“ , der vom 5. bis zum 9. September 2012 an der Università Pontificia Antonianum in Rom stattfand, hatte Gianfranco Kardinal Ravasi den Vorsitz und erläuterte in einer kurzen Ansprache die Bedeutung der Mariologie im Hinblick auf die moderne Gesellschaft und ihre Problemstellungen.

Die marianische Tradition sei, so Kardinal Ravasi, eine der lebendigsten. Tatsächlich habe die „Pontificia Accademia Mariana Internazionale“ Vorbildcharakter für die anderen Akademien, die zum „Pontificio Consiglio per la Cultura“ zählen.

Das Charakteristische der Mariologie sei ihre Interkulturalität, wie Kardinal Ravasi ausführte. Allerdings habe sich das Kulturbild grundlegend geändert, seitdem der Begriff „Kultur“ im 18. Jahrhundert geprägt worden sei. Während früher die Akademien den Kulturbegriff maßgeblich beeinflussten und steuerten, entstand mit der Industrialisierung und der Veränderung der Gesellschaftsstrukturen eine zunehmend populäre Kultur. Der Horizont des Kulturbegriffs wurde erheblich erweitert.

Unsere heutige Gesellschaft setzt sich aus den unterschiedlichsten Kulturen und Weltanschauungen zusammen, sie ist gekennzeichnet durch Pluralität. Die Aufgabe und Herausforderung bestehe, so Kardinal Ravasi, deshalb darin, Maria in diese so vielgestaltige Gesellschaft zu integrieren.

Ein wichtiges Mittel dazu sei der Dialog zwischen den Gläubigen der unterschiedlichen Konfessionen und den Nichtgläubigen. Als Beispiel nannte Kardinal Ravasi Schweden, wo in diesem Jahr der „Cortile dei Gentili“ - die alljährlich stattfindende Begegnung zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen – im September tagen wird. In Schweden wird die gläubige Mehrheit von Protestanten gebildet, und es gibt auch eine große Anzahl von Atheisten. Hier sei, so Kardinal Ravasi, die Figur der Jungfrau Maria besonders bedeutsam und richtungsweisend. Maria sei nach Jesus Christus eine der bedeutendsten Figuren in der europäischen Kultur.

Kardinal Ravasi betonte, dass für den Erfolg der Arbeit die Kommunikation und das Schritthalten mit den modernen Technologien wichtig seien. Die Kommunikationsmedien hätten sich vervielfacht und die Art der Kommunikation habe sich geändert. Diese Umstände müsse die Kirche bei ihrer Arbeit berücksichtigen, um vor allem die jungen Menschen mit ihrer Botschaft zu erreichen. [bd]