Überfüllte Flüchtlingslager in Sri Lanka

Kirche in Not stellt Soforthilfe zu Verfügung

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MÜNCHEN, 3. Juni 2009 (ZENIT.org).- Für Bürgerkriegsflüchtlinge in Sri Lanka erhalten wurde ab sofort Geld für Nahrungsmittel, Wasser, medizinische Hilfe und Babykleidung zu Verfügung gestellt. Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not" stellt 25.000 Euro Soforthilfe zu Verfügung, um Menschen in den überfüllten Flüchtlingslagern des Landes zu helfen.

In jedem dieser Lager leben nach Angaben von „Kirche in Not" mehr als sechzigtausend Menschen. Immer noch seien mehr als eine Viertelmillion Menschen auf der Flucht vor den Auswirkungen des Bürgerkrieges im Norden des Landes, der am 16. Mai mit dem Sieg der Regierungstruppen über die Rebellenarmee der "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) geendet hatte.

Die Soforthilfe könne in Anbetracht des großen Ausmaßes der humanitären Katastrophe nur der Anfang einer längerfristigen Unterstützung für die Menschen in Sri Lanka sein, teilt das Hilfswerk mit. Besonders der Wiederaufbau der zerstörten katholischen Pfarreien und die Unterstützung der Seelsorge in den Flüchtlingslagern sehe das Hilfswerk in Zukunft als seine Hauptaufgabe, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Bischof von Jaffna, Thomas Savundaranayagam, dankte für die schnelle Hilfe und berichtete, im Norden des Landes seien achtzehn Pfarreien während des Bürgerkriegs komplett zerstört worden. Die meisten Priester täten nun ihren Dienst in den Flüchtlingslagern. Neben ihren seelsorglichen Aufgaben seien sie es auch, die sich dort um Nahrungsmittel und um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge kümmerten.

Unter diesen Umständen seien pastorale und humanitäre Hilfe nicht zu trennen, darum habe sich das Hilfswerk auch für eine Soforthilfe entschieden. Bischof Savundaranayagam berichtete, in den überfüllten Flüchtlingslagern mangle es vor allem an sanitären Anlagen, Nahrung und sauberem Wasser.

Die Regierung Sri Lankas versuche zwar, den Flüchtlingen zu helfen, sie sei aber überfordert und käme mit ihrer Hilfe oft zu spät, sagte der Bischof abschließend.