Überzeugendes caritatives Wirken hat in sich missionarische Kraft

Dr. Michel Roy, Generalsekretär von Caritas Internationalis, wünscht von der Bischofssynode konkrete Orientierungshilfen

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VATIKANSTADT, 19. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Werke der Nächstenliebe seien ein konstitutives Element für das Wesen und den Evangelisierungsauftrag der Kirche, betonte Dr. Michel Roy, Generalsekretär von „Caritas Internationalis“ in seiner Ansprache während der 16. Generalkongregation der Bischofssynode am Mittwoch, dem 17. Oktober.

Wenn die Kirche evangelisieren wolle, müsse die Nächstenliebe ein Strukturelement ihrer Natur sein. Er forderte die Synode auf, ihr den Platz einzuräumen, der ihr beim Nachdenken über die Neuevangelisierung zustehe und ihre missionarische Kraft zu ermutigen und zu stärken.

„Die im Heiligen Geist gelebte Nächstenliebe macht uns nicht nur zu Missionaren, sondern zu Empfängern der Evangelisierung“, so Roy. „Wir stellen heute mit Freude fest, dass immer mehr Mitarbeiter an den Werken der Nächstenliebe, Freiwillige und Berufspersonal, mit ihrer sozial-caritativen kirchlichen Arbeit auch ihren ausdrücklichen Einsatz für die Evangelisierung verbinden.“

Die Werke der Nächstenliebe seien ohne jeden Zweifel eines der Zeichen der Glaubwürdigkeit der Kirche:

„Oft kommen ungläubige, agnostische oder am Glauben nicht interessierte Menschen in unsere Caritasstellen und entdecken durch den sozial-karitativen Dienst die Freude am Glauben und an einem Leben in Einheit mit Christus in der Kirche“, führte er aus. 

Dies bedeute nicht, die missionarische Dimension der Nächstenliebe zu ignorieren und sich nicht um die Ausbildung in diesem Bereich zu sorgen. Gleichzeitig müsste aber für eine Spiritualität Sorge getragen werden, die den missionarischen Charakter der Nächstenliebe stärke.

Der Generalsekretär hob hervor, wie wichtig es sei, von der Synode konkrete Orientierungshilfen für die Ausbildung und Spiritualität der karitativen Tätigkeiten zu erhalten, damit deren missionarische Kraft gestärkt werden könne.

„Das Grundproblem der Neuevangelisierung ist nicht nur, dass wir wissen, wie die Frohbotschaft verkündet werden soll, sondern die Frage, ob die Frohbotschaft, die wir verkünden, auch eine gute Nachricht für die Armen ist und ob wir, als Kirche, diese Frohbotschaft glaubhaft machen. Die Taten der Nächstenliebe müssen der Antrieb für die Mission und das Zeichen ihrer Glaubwürdigkeit sein“, schloss er. [jb]