Uganda: Inflation bedroht Priesterseminare

Stark gestiegene Preise wirken sich mehr aus als in Nachbarländern

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Von Eva-Maria Kolmann und John Newton

KÖNIGSTEIN, 31. August 2011 (ZENIT.org/Kirche in Not). - Msgr. Cosmas Alule, Rektor des Alokolum Priesterseminars von Nord-Uganda, hat bei einem Besuch des internationalen Sitzes von „Kirche in Not“ in Königstein offengelegt, dass die Seminare im Land von der schweren wirtschaftlichen Krise und der galoppierenden Inflation im Land stark betroffen seien.

Er berichtete, dass die finanzielle Notlage in Uganda seiner Institution ernsthafte Probleme verursachen würde. Die wirtschaftliche Situation wirke sich auch auf andere Seminare im ostafrikanischen Land aus.

Steigende Kraftstoffpreise hätten die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben; die Preise für Mais, Bohnen, Zucker und andere Grundnahrungsmittel hätten sich im letzten Jahr vervierfacht.

Msgr. Alule führte aus: „Wir können kaum für die Kosten unserer Grundbedürfnisse aufkommen, trotz der Tatsache, dass wir Reis, Bohnen, Mais und Gemüse in unseren Gärten anbauen, um unsere Nahrungsmittelkosten zu senken.“

Seit August 2010 ist die Inflationsrate von 1,7 Prozent auf rund 19 Prozent gestiegen.

Nach den Aussagen des Rektors wirke sich das Problem auf Uganda viel gravierender aus als auf die Nachbarländer Ruanda, Kenia und Tansania.

Ursache dafür sei - neben der weltweiten Wirtschaftskrise – die Wirtschaftskrise in Uganda, die weit verbreiteten Dürre und der kostspielige parlamentarische Wahlkampf im vergangenen Februar.

Msgr. Alule erklärte: „Die Regierung hat auf verantwortungslose Weise Geld für politische Zwecke ausgegeben anstatt sich um das Wohlergehen der Menschen zu kümmern.“

Das Alokolum Seminar –in einer Region, die seit 20 Jahren von einem Bürgerkrieg zwischen der ugandischen Regierung und den Rebellen der Lords Resistance Army heimgesucht wird - habe alle Baumaßnahmen einstellen müssen, weil die Materialien sich extrem verteuert hätten.

Ein weiterer Ausbau sei jedoch dringend notwendig, da die Zahl der Berufungen zum Priestertum weiter steigen würde und das Seminar unter schwerem Platzmangel leide.

In Alokolum würden für das neue Studienjahr 209 neue Studenten erwartet  - 26 mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Seminaristen habe sich auch in anderen Seminaren Ugandas erhöht.

Im vergangenen Jahr hätten sich in den fünf Seminaren des Landes 1.130 junge Männer auf das Priestertum vorbereitet.

Trotz der hohen Zahl der Berufungen soll es in vielen Teilen des Landes jedoch einen Mangel an Priestern geben, denn 45 Prozent der ugandischen 33- Millionen-Bevölkerung sind Katholiken.

[ZENIT-Übersetzung des englischen Originals]