Ukraine: Vertreter von Religionsgemeinschaften und Diplomaten im Gespräch

Themen: Demokratische Grundsätze, Korruptionsbekämpfung und moralische Werte

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KIEW/UKRAINE, 14. Oktober 2011 (ZENIT.org/APD). - Am 6. Oktober, anlässlich des 15. Jahrestags der Gründung des „Ukrainischen Rats der Kirchen und religiösen Organisationen“ (AUCCRU), trafen sich die religiösen Leiter von Mitgliedsorganisationen mit Diplomaten von sieben Ländervertretungen in Kiew zum Austausch über Fragen gemeinsamen Interesses, wie das Institut für Religionsfreiheit in der ukrainischen Hauptstadt berichtete.

Die Vertreter der religiösen Denominationen hätten in ihren Beiträgen die internationalen Aktivitäten des AUCCRU thematisiert sowie die geistlichen sozialen und psychologischen Unterstützungsmöglichkeiten für ukrainische Migranten im Ausland als auch die Vereinfachung der Visaregelungen zwischen der Ukraine und den ausländischen Staaten, so der Bericht.

Die Diplomaten bezeichneten den Ukrainischen Rat der Kirchen und religiösen Organisationen (AUCCRU) als gutes Beispiel für eine erfolgreiche Selbstorganisation der Zivilgesellschaft, wie das Institut für Religionsfreiheit berichtete. Die Mitglieder des diplomatischen Corps hätten zudem die Bedeutung einer gemeinsamen Position der Ukrainischen Glaubensgemeinschaften bei der Entwicklung demokratischer Grundsätze im Dialog zwischen dem ukrainischen Staat und den Religionen betont. Laut dem Bericht ermutigten die Diplomaten die Mitglieder des Rates, sich für die Korruptionsbekämpfung einzusetzen und hohe moralische Werte in der Gesellschaft zu verankern.

An der Sitzung nahmen Botschafter und außerordentliche sowie bevollmächtigte Vertreter der diplomatischen Vertretungen folgender Staaten teil: John Tefft (USA), G. Daniel Caron (Kanada), Jacques Fauré (Frankreich), sowie Vertreter aus Deutschland, Polen, Israel und des Vatikans.

Der „Ukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen“ (AUCCRU) sei im Dezember 1996 auf Initiative des damaligen ukrainischen Präsidenten Leonid Kuchma gegründet worden, schreibt der religiöse Informationsdienst der Ukraine (RISU). Demnach sind im AUCCRU 19 Vertreter der orthodoxen und protestantischen Kirchen, der römischkatholischen Kirche sowie des Judentums und Islams vertreten. Auch die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Ukraine ist Mitglied des AUCCRU.

Bei den Beratungen dieses Gremiums gehe es nicht um theologische Sachfragen, sondern um die Erarbeitung von Lösungen und Ideen für praktische Fragen des Miteinanders. So habe der AUCCRU 2006 beispielsweise eine Erklärung zu den Spannungen verabschiedet, die die Sprachensituation in der Ukraine hervorrief und vor ernsthaften politischen oder gesellschaftlichen Spaltungen gewarnt.

[© Nachrichtenagentur Basel (Schweiz) und APD Ostfildern (Deutschland)]