Um Aids zu besiegen, bedarf es moralischer Erziehung

Kardinal Sarr verweist auf wichtigen Beitrag der Religionen

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DAKAR/Senegal, 28. März 2009 (ZENIT.org).- Um den Kampf gegen Aids in Afrika zu gewinnen, sei die Erziehung zu Werten nötig, betonte der Erzbischof von Dakar, Kardinal Théodore-Adrien Sarr.



Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtete Sarr, dass sich auf Ansuchen des früheren Ministerpräsidenten von Senegal, Abdou Diouf, christliche und muslimische Gemeinschaften seit 1995 gemeinsam im Kampf gegen Aids engagierten. „Wir sagten, wir könnten für Enthaltsamkeit und Treue predigen, und wir taten es beide, Christen ebenso wie Muslime", so Sarr. „Wenn nun heute die Aids-Rate in Senegal noch immer niedrig ist, so denke ich, dass das der religiösen Gemeinschaften zu verdanken ist, die Moral und moralisches Benehmen unterstrichen haben." Während Kondome Aids nicht beseitigen könnten, seien Aufrufe für moralische Werte und „die Beobachtung sexueller Gewohnheiten" noch immer erfolgreich.

Der Kardinal räumte ein, dass es im Hinblick auf unterschiedliche Gepflogenheiten in einigen afrikanischen Ländern durchaus Schwierigkeiten gebe könne. „Es ist aber notwendig zu wissen, dass Afrika sehr unterschiedlich ist und dass es afrikanische Gesellschaften gibt, die das Leitbild von Enthaltsamkeit und Treue sehr gut kennen und kultivieren." Man müsse ihnen helfen, dieses Leitbild weiterhin zu pflegen. Angesprochen auf die Situation in Senegal äußerte Sarr die Angst, dass die massive Verteilung von Kondomen unter jungen Menschen die Selbstkontrolle und Enthaltsamkeit vor der Ehe wesentlich erschwere.

Ausdrücklich bedauerte der Kardinal, dass einige Medien den Papstbesuch in Kamerun und Angola ausschließlich auf die Frage von Abtreibung und Kondomen reduziert hätten, anstatt über die Aufnahme des Heiligen Vaters und seine Erfahrungen mit den Afrikanern zu berichten. „Es geschahen wunderschöne Dinge auf dieser Reise."

Der Westen müsse aufhören, sich für den „Verwahrer der Wahrheit" mit der einzig gültigen Sichtweise zu halten. „Wir haben Sicht- und Handlungsweisen, die gültig sind, selbst wenn sie sich von denen unterschieden, die andere für uns fordern."