Um Jesus zu kennen muss man ihn bitten, feiern und imitieren

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 375 klicks

In seiner Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta sagte Papst Franziskus, um Jesus zu kennen, reiche es nicht, ihn zu studieren, sondern er müsse von Herzen gebeten werden, gefeiert und imitiert werden. Der Pontifex forderte erneut dazu auf, das Evangelium zu lesen.

„Allein Ideen geben kein Leben und wer diesen Weg geht, wird in einem Labyrinth enden, aus dem er nicht mehr herausfindet! Deswegen gab es seit Beginn der Kirche Häresie. Genau das ist der Ursprung der Häresien: der Versuch, Jesus nur mit unseren Köpfen und unserem Licht zu verstehen. Ein großer englischer Schriftsteller hat gesagt, Häresie sei eine verrückt gewordene Idee. Genau! Wenn die Ideen nur verrückt geworden sind… Das ist nicht der Weg!“

Papst Franziskus sagte, um Jesus zu kennen, müsse man die Türen öffnen.

„Erste Tür: Jesus bitten. Ihr wisst, dass das Studium ohne Gebet nichts nützt. Jesus bitten, um ihn besser kennenzulernen. Die großen Theologen machen Theologie auf Knien. Jesus bitten! Und mit dem Studium, mit dem Gebet nähern wir uns ein bisschen… Aber ohne das Gebet werden wir Jesus niemals kennenlernen. Nie! Nie! Zweite Tür: Jesus feiern. Das Gebet reicht nicht aus, es bedarf der Freude des Feierns. Jesus in seinen Sakramenten feiern, denn dort gibt er uns das Leben, gibt er uns Kraft, gibt er uns das Mahl, den Beistand, den Bund, die Mission. Ohne das Feiern der Sakramente schaffen wir es nicht, Jesus kennenzulernen. Das gehört zur Kirche. Feiern. Dritte Tür: Jesus nachahmen. Das Evangelium zur Hand nehmen. Was hat er getan, wie war sein Leben, was hat er zu uns gesagt, was hat er uns gelehrt? Und versuchen, ihn zu imitieren.“

Trete man durch diese drei Türen ein, betrete man das Mysterium Jesu, so der Papst. Davor müsse man keine Angst haben. Er sagte, dies sei der Weg, um zur Wahrheit und zum Leben zu gelangen.

„Wir können heute während des Tages daran denken, wie es mit der Tür des Gebetes in meinem Leben steht. Das Gebet von Herzen, nicht das eines Papageis! Das von Herzen, wie sieht es damit aus? Wie sieht es mit der christlichen Freude in meinem Leben aus? Und wie sieht es mit der Imitation Jesu in meinem Leben aus? Wie soll ich ihn imitieren? Erinnerst du dich wirklich nicht? Denn das Buch mit dem Evangelium ist voller Staub; öffne es und du wirst finden, wie du Jesus imitieren sollst. Denken wir an diese drei Türen, wie es mit ihnen in unserem Leben steht!  Das wird uns allen gut tun.“