Um sich retten zu können reicht keine perfekte Religiosität

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 397 klicks

Man müsse das „Jona-Syndrom“ bekämpfen, das uns dazu verleihen würde, zu meinen, unseren Taten reichten, um gerettet zu werden. So die Worte von Papst Franziskus während der Predigt in Santa Marta. Ein perfektes religiöses Verhalten reiche nicht, um sich retten zu können.

Das „Jona-Syndrom“ und das „Zeichen des Jona“ bildeten die Ausgangspunkte der Gedanken des Papstes. Jesus spreche im heutigen Evangelium von der „bösen Generation“, jedoch habe er damit nicht die Menschen gemeint, die ihm mit viel Liebe nachfolgten, sondern die „Doktoren des Rechts“, die ihn auf die Probe gestellt h´tten und versucht h´tten, ihn in die Falle zu locken. Diese Menschen hätten ihn um Zeichen gebeten, und Jesus habe ihnen gesagt, dieser bösen Generation werde kein anderes Zeichen gegeben als das des Jona, das gleichzeitig, so der Pontifex, das Jona-Syndrom sei: Jona flieht, als der Herr ihn beauftragt, nach Ninive zu gehen. Jona sei seiner eigenen Doktrin gefolgt, ohne an die anderen zu denken. Wer danach lebe, werde von Jesus scheinheilig genannt, da er nicht von den einfachen Menschen, den Sündern, gerettet werden wolle. Papst Franziskus sagte:

„Das Jona-Syndrom hat keinen Eifer in der Bekehrung der Menschen; es sucht eine Heiligkeit – ich erlaube mir diese Wortwahl – eine Heiligkeit aus der Reinigung, schön, schön gemacht, aber ohne den Eifer den Herrn zu predigen. Aber der Herr verspricht dieser am Jona-Syndrom erkrankten Generation das Zeichen des Jona. In der anderen Version nach Matthäus heißt es: Jona blieb drei Nächte und drei Tage im Körper des Wals, in Bezugnahme auf Jesus in der Grabstätte – seinen Tod und seine Auferstehung – und das ist das Zeichen, das Jesus verspricht, gegen die Scheinheiligkeit, gegen das Verhalten der perfekten Religiosität, gegen das Verhalten einer Gruppe von Pharisäern.“

Es gebe eine Parabel im Evangelium, die diesen Aspekt perfekt darstelle, fuhr Papst Franziskus fort: diejenige des im Tempel betenden Pharisäers. Der sich seiner selbst so sichere Pharisäer vor dem Altar danke Gott dafür, nicht so zu sein, wie andere, während diese den Herrn um seine Gnade beteten. Dies zeige, dass der Herr Barmherzigkeit wolle und keine Opfer, so der Pontifex.

„Das Zeichen Jonas, das Wahre, ist das, was uns das Vertrauen verleiht, durch das Blut Jesu gerettet worden zu sein. Wie viele Christen, wie viele gibt es, die denken, sie würden nur durch das gerettet, was sie tun, für ihre Taten. Die Taten sind wichtig, aber sie sind eine Konsequenz, eine Antwort auf die barmherzige Liebe, die uns rettet. Aber einfach die Taten, ohne diese barmherzige Liebe, nützen nichts.“

Aus diesem Grund spreche Jesus von einer „bösen Generation“.

„Das Jona-Syndrom führt uns zur Scheinheiligkeit, zur Zulänglichkeit perfekte Christen zu sein, weil wir diese Taten tun: Wir führen die Gebote aus. Das ist eine große Krankheit. Das ist das Zeichen des Jona, die Barmherzigkeit Gottes in Jesus Christus, gestorben und auferstanden für uns, für unsere Rettung. Es gibt zwei Worte in der ersten Lesung, die sich daran anschließen. Paulus sagt, er sei kein Apostel, weil er studiert habe: Apostel aus Berufung. Und zu den Christen sagt er: ‚Ihr seid von Jesus Christus berufen.‘ Das Zeichen des Jona ruft uns auf: Dem Herrn folgen, Sünder, die wir alle sind, mit Demut, mit Zärtlichkeit. Es gibt eine Berufung, auch eine Wahl.“

Abschließend sagte Papst Franziskus: „Ziehen wir Nutzen aus der heutigen Liturgie, um uns folgende Fragen zu stellen und eine Wahl zu treffen: Was ziehe ich vor? Das Jona-Syndrom oder das Zeichen des Jona?“