Un inno alla Vita - Eine Hymne auf das Leben

Verleihung des europäischen Preises für den Schutz des Lebens Madre Teresa di Calcutta im Gedenken an Chiara Lubich

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Von Britta Dörre

Rom, 11. Dezember 2011 (ZENIT.org). - Am 10. Dezember 2011 wurde in einem feierlichen Festakt in der Protomoteca, Campidoglio der Präsidentin der Fokolarbewegung Maria Voce der europäische Preis für den Schutz des Lebens „Madre Teresa di Calcutta“ im Gedenken an Chiara Lubich verliehen.

An dem Festakt nahmen Vertreter aus Kirche, Politik und Wissenschaft teil. Ein wichtiger Programmpunkt der Veranstaltung war die Diskussion über das Thema „Menschliche Würde, Gleichheit und Recht auf Leben“. Alle Beitragenden waren sich einig, dass das menschliche Leben ab der Empfängnis beginne und deshalb bereits ab diesem Zeitpunkt geschützt werden müsse.

Bisher sei die Lage teilweise widersprüchlich, wie On. Prof. Giuliano Amato ausführte. Medizinische Untersuchungen am Fötus seien erlaubt, da er das Recht auf Gesundheit besitze.  Das Recht auf Leben sei in diesem Stadium allerdings noch nicht garantiert.

Den Gedanken griff Prof. Antonio Biaggio auf und versuchte, die Natur des ungeborenen Lebens zu definieren. Er stellte dabei auf einen Text von Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolarbewegung, ab.

Demnach basiert das Menschsein auf der Brüderlichkeit. Ausgangspunkt des Konzeptes ist das universale brüderliche Zusammenleben aller Menschen.

Prof. Vincenzo Buonuomo führte den Gedanken unter dem Gesichtspunkt der internationalen Menschenrechte fort.

Für die Umsetzung der Menschenrechte auf internationaler Ebene sei der Dialog von fundamentaler Bedeutung. Eine geordnete Gesellschaft zeichne sich durch Rechte und Pflichten aus, deren Basis stets die Liebe sein müsse. Aus diesem Grunde gebe es kein Leben, das nicht schutzwürdig sei. Todesstrafe oder Abtreibung seien deshalb abzulehnen.

Die Diskussionsrunde schloss der ungarische Sozial- und Familienminister On. Miklòs Soltész ab. In der ungarischen Verfassung wird der Schutz des Lebens ab der Empfängnis garantiert. Soltész legte dar, dass es sich dabei nicht nur um den Schutz des ungeborenen Lebens, sondern der Familie und der mit diesem Kontext verbundenen Werte handle. Das ausschließliche Konzentrieren auf Profiterzielung und -steigerung führe Europa nicht weiter. 

Im Anschluß an die Diskussionsrunde folgte der „praktische Teil“. Zwei Mitarbeiterinnen berichteten von ihren Erfahrungen in Sozialprojekten in Afrika und Ägypten.

Grundsatz ihrer Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Den Kindern, die in sozialen Krisengebieten leben, müssen wieder die Werte vermittelt werden, die ihnen helfen, ein menschenwürdiges Leben aufzubauen. Im Alltag lernen die Kinder den respektvollen und verantwortungsbewussten Umgang miteinander. Beide Mitarbeiterinnen hatten positive Veränderungen im Verhalten der Kinder feststellen können. 

In der Festansprache vor der eigentlichen Preisverleihung an die diesjährige Preisträgerin Maria Voce wiederholte S.Em.  Kardinal Enio Antonelli die bis dato mehrfach vorgebrachte Forderung nach dem Schutz des ungeborenen Lebens ab dem Zeitpunkt der Empfängnis.

Er erinnerte an Mutter Theresa, die diejenigen als arm bezeichnet hatte, denen der Mut fehle, Verantwortung zu übernehmen. Diese Menschen seien die wahren Armen, da es ihnen an Liebe und Menschlichkeit mangele. S.Em. Kardinal Enio Antonelli bekräftigte die Bedeutung der Liebe für die Zukunft der Menschen.

Maria Voce, die Preisträgerin und Präsidentin der Fokolarbewegung, betonte in ihrer Dankesrede, den unermüdlichen und selbstlosen Einsatz Chiara Lubichs für die Bedürftigen. Politischer Macht und Ämter habe Chiara Lubich das soziale Engagement vorgezogen und ihr Leben in den Dienst der Menschen gestellt.