UN-Sonderberater besucht Caritas Ägypten

Wegweisendes Förderzentrum für Menschen mit Behinderungen

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FREIBURG, 5.Februar 2009 (ZENIT.org).- Der Sonderberater des UN Generalsekretärs für Sport, Willi Lemke, wird sich am 8. Februar bei einem Besuch in Kairo über die Arbeit der Caritas Ägypten für Menschen mit Behinderungen informieren.

In Kairo und Alexandria sind rund 100 Caritas-Mitarbeiter in der Förderung von geistig und körperlich Behinderten aktiv. Die Projektangebote reichen von der Frühförderung für Kleinkinder bis hin zur beruflichen Ausbildung junger Erwachsener.

Die Arbeit der Caritas Ägypten stößt auf das besondere Interesse des UN-Sonderberaters, weil Sport auf allen Förderstufen eine wichtige aktivierende Rolle spielt. Die Projekte sind von Caritas international, dem Hilfswerk der deutschen Caritas, vor zehn Jahren mit ins Leben gerufen und seitdem gemeinsam mit dem Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) finanziell gefördert worden.

Wegweisend über Ägyptens Grenzen hinaus ist das Trainingszentrum SETI (Support, Education, Training for Inclusion), in dem Fachkräfte sowie Familienangehörige von behinderten Menschen aus- und fortgebildet werden. In der Arbeitsphilosophie der Caritas Ägypten bilden die Familien der Behinderten den Grundstein für den Integrationsprozess ihrer Kinder. Angefangen bei der Beratung bis hin zur technischen Unterstützung und Einweisung in spezielle Übungen tragen die Eltern maßgeblich zur Integration ihrer Kinder in die Gesellschaft bei. Die Veränderung ihrer Haltung ist ein erster Schritt zur Veränderung der negativen Haltung der ägyptischen Gesellschaft gegenüber geistig Behinderten, die von Tabus und Vorurteilen geprägt ist. Der Ansatz des Trainingszentrums ist in Projekten in Palästina übernommen worden und stößt mittlerweile auch auf Interesse im Irak.

Die Caritas Ägypten ist 1967 nach dem Sechs-Tage-Krieg mit umfangreicher Hilfe des Deutschen Caritasverbandes gegründet worden. Die Aktivitäten reichen von der Vorschulbildung über Hilfen für Suchtkranke, Behinderte und Straßenkinder bis hin zur Flüchtlingshilfe. Mehrere Hundert Mitarbeiter setzen auf einen "Dialog der Tat", das heißt: Projekte richten sich grundsätzlich an alle Religionsgemeinschaften.

Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbände.