"Unauflöslichkeit der Ehe ist Verheißung, keine Bedrohung"

Kardinal Marx fordert verstärkte pastorale Bemühungen um Ehe und Familie

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 332 klicks

Eine „erneuerte Ehevorbereitung, eine frohmachende, inspirierende Familienpastoral“ forderte Kardinal Reinhard Marx bei der traditionellen Münchner Stadtmaiandacht am Samstagabend, 3. Mai, die unter dem Motto „Maria, Königin der Familie“ stand. Damit solle jungen Menschen Mut gemacht werden, sich für eine kirchliche Ehe, für ein „sakramentales Ja“ zu entscheiden. „Die Unauflöslichkeit der Ehe ist keine Bedrohung, sondern ein Zuspruch, eine Verheißung. Gott sagt euch damit: Ich bleibe mit meinem Ja bei euch, auch wenn ihr untreu werdet; auch wenn euer Ja-Wort wackelt, davon mache ich mein Ja-Wort nicht abhängig“, sagte der Erzbischof von München und Freising zu den Gläubigen, die sich wegen der schlechten Witterung nicht wie üblich auf dem Marienplatz, sondern im Liebfrauendom zur Stadtmaiandacht versammelt hatten. Die Kirche solle daher nicht „anklagen, was andere verkehrt machen, sondern zeigen, wie es geht – Beispiele ziehen an“. 

Der Kardinal rief auch zu einem verstärkten Einsatz für „das kostbare Gut des Lebens“ auf und erinnerte an die ebenfalls am 3. Mai eröffnete ökumenische „Woche für das Leben“. Kirche und kirchliche Gruppen würden „nie nachlassen, den Schutz des Lebens als prioritäre Aufgabe zu sehen“. Dazu dürfe man jedoch nicht nur „reden und von anderen fordern“, sondern müsse konkret etwas dafür tun, „damit das Leben angenommen wird, damit sich Familien für das Leben entscheiden“. „Die Familie darf nie allein gelassen werden, besonders in der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, es gehört ein Netzwerk dazu“, mahnte Kardinal Marx an. Ein solches Netzwerk seien die Pfarreien, die kirchlichen Gemeinschaften und Verbände, in denen sich Familien gegenseitig auf ihrem Weg stärken könnten. „Die Familie ist die wichtigste Institution für das menschliche Leben, daran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Das muss auch im Mittelpunkt unserer pastoralen Bemühungen stehen“, betonte der Erzbischof.
 
Die Familie sei jedoch nicht nur „Mittel zum Zweck, um geboren zu werden, sondern sie begleitet uns auf unserem Lebensweg, auch wenn es nicht gut geht, wenn es in der Geschichte der Familie Scheitern und Krise, Spannung, Vergebung und Wiederneuanfang gibt“. Die Kirche solle sich von Maria, der Königin der Familie, bestärken lassen, „damit wir eine Gemeinschaft sind, in der das Ja zum Leben in allen Dimensionen gelebt und gefeiert wird, in der wir einander helfen, wenn es Schwierigkeiten gibt und etwas zerbrochen ist“. Kardinal Marx empfahl, auch den jüngst heiliggesprochenen Papst Johannes Paul II., der besonders auf die Familien hin ausgerichtet gewesen sei, „als Fürsprecher und Wegbegleiter anzurufen, wenn Sorgen die Familie plagen“. Dies könnten die Sorge um das eigene Leben sein, Krankheiten, Zerwürfnisse oder die Sorge um Kinder und Enkel: „An erster Stelle wenden wir uns an Maria, aber dann gleich an Johannes Paul II., damit sie uns die Kraft schenken, Familie zu sein, auch dann, wenn es schwierig ist.“
 
Im Marienmonat Mai wird die Mutter Gottes als Patrona Bavariae in den bayerischen Diözesen traditionell besonders verehrt. Seit mehr als 30 Jahren versammeln sich die Katholiken der Region München zur Stadtmaiandacht und beten um den Schutz der Gottesmutter für die Landeshauptstadt und ein gutes Miteinander der Menschen in der Stadt. (kbr)

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)