Ungeborene schützen, Institution Ehe stärken - Anfragen an die Politik

Österreichische Bischöfe forcieren sozialpolitisches Engagement

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15. November 2007 (ZENIT.org).- In Mitsorge um das Wohl der ganzen Gesellschaft rufen die katholischen Bischöfe Österreichs zu verstärkten demokratischen Allianzen für den generellen Schutz der Ungeborenen auf, um deren Menschenrecht auf Leben zu garantieren. Zugleich erinnern sie daran, dass keine Diskriminierung vorliegt, „wenn man eine Gleichstellung (oder Fast-Gleichstellung) gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe ablehnt“. Eine Registrierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften auf dem Standesamt „ist daher grundsätzlich abzulehnen“.



Zurück von ihrer Pilgerfahrt ins Heiligen Land, verstärken die österreichischen Hirten ihr sozialpolitisches Engagement. Nach einer gestern veröffentlichten Presseerklärung sorgen sie sich gegenwärtig vor allem um die Zukunft der Institution Ehe und den Umgang mit dem Kind im Mutterleib.

In ihren klärenden Worten zum Lebensschutz verweisen sie auf die Ansprache Benedikts XVI. in der Wiener Hofburg am 7. September 2007, der damals „das Recht auf Leben als grundlegendes Menschenrecht auch für Ungeborene einer breiten Öffentlichkeit eindringlich in Erinnerung gerufen“ habe. In diesem Sinn bekräftigen sie: „Christen müssen Freunde und daher Schützer und Förderer des menschlichen Lebens sein, sei es geboren oder noch nicht geboren, sei es entfaltet oder behindert. Die Katholische Kirche erbringt dafür weltweit und auch in Österreich einen vielfältigen und intensiven Einsatz. Sie sucht und findet dabei auch Allianzen mit anderen gesellschaftsprägenden Kräften.“

Angesichts der bedauernswerten Tatsache, dass in Österreich „das Leben der Ungeborenen in den ersten drei Monaten de facto gesetzlich nicht geschützt“ wird, fordern die Bischöfe: „Das im Gesetz ausdrücklich genannte Unrecht muss als solches im Bewusstsein der Gesellschaft verankert bleiben, um einer allgemeinen Abstumpfung des Gewissens Widerstand zu leisten. Als vor 30 Jahren die Fristenregelung durch parlamentarische Mehrheit in Kraft gesetzt wurde, hat die Regierung zur Verringerung dieser Spannung flankierende Maßnahmen versprochen. Dieses Versprechen, das seither wiederholt eingemahnt, aber nie verwirklicht wurde, sollte dringendst eingelöst werden.“

Zur Diskussion über die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften bekräftigen sie einhellig, „dass in diesem Bereich kein Bedarf zur Schaffung eines eigenen Rechtsinstituts besteht“, und erinnern daran, dass die rechtlich verankerten Regelungen bezüglich Unterhaltspflicht, Wohn-, Pensions-, Steuer- und Erbrecht im Zusammenhang mit Ehe und Familie ihre Begründung darin haben, „dass der Ehebund eine feste Bindung und Verpflichtung füreinander mit sich bringt und in der Regel einer der Ehepartner mit Inkaufnahme finanzieller Einbußen sich verstärkt den Kindern und der Familie widmet.“

Ehe und Familie, die der ganzen Gesellschaft dienten, sollten durch entsprechende gesetzliche Regelungen zusätzliche Hilfe erfahren, „um das ‚Ja zu Kindern‘ und ihre bestmögliche Betreuung durch die eigenen Eltern zu fördern“.

Zur Absicht, gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit der Ehe mehr oder weniger gleichzustellen, verweisen die Bischöfe auf den Gleichheitsgrundsatz der österreichischen Rechtsordnung, der es ausdrücklich verbiete, „Ungleiches gleich zu behandeln“.

Vor diesem Hintergrund stellen die Hirten fest: „Entscheidend bleibt daher die sachliche Differenzierung zwischen der Ehe als einer auf Dauer angelegten vertraglichen Beziehung zwischen Mann und Frau als Voraussetzung für Zeugung und Erziehung von Kindern einerseits und einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder anderen Lebensform andererseits. Bei allem Respekt für homosexuell geprägte Personen ist daher festzuhalten, dass homosexuelle Partnerschaften in keiner Weise die gleichen Leistungen und Opfer wie eine Familie auf der Grundlage der Ehe für die Entwicklung der Gesellschaft erbringen.“

Der österreichische Familienbischof Klaus Küng hatte sich bereits im Oktober diesbezüglich zu Wort gemeldet und erklärt: „Bei allem gebührenden Respekt für homosexuell geneigte Menschen halte ich die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit Ehe für nicht akzeptabel, weil gleichgeschlechtliche Partnerschaften und Ehe nicht gleich sind. Von ihrem inneren Wesen her können gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht jene wichtigen Beiträge für die Gesellschaft erbringen, die von der auf der Ehe gründenden Familie erbracht werden. Die verschiedenen materiellen Anliegen homosexueller Paare können auch ohne Gleichstellung mit der Ehe, zum Beispiel auf notariellem Weg befriedigt werden.“