UNO: Der Heilige Stuhl nennt Richtlinien für Entwicklungspolitik

Im Zentrum der Entwicklung steht die Person

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GENF, 29. September 2009 (ZENIT.org).- Auf drei Komponenten bei der Entwicklungsförderung wies Erzbischof Silvano Tomasi, Ständiger Beobachter des Heiligens Stuhls bei der UNO in Genf, am 22. September in der 22. Runde des UNO-Rats für Menschenrechte hin. An erster Stelle müsse Entwicklung auf die menschliche Person, der eine Schlüsselrolle zukomme, ausgerichtet sein. Darüber hinaus müsse eine für den Menschen angemessene Umgebung geschaffen werden. Schließlich sei für Gerechtigkeit und Gleichheit im sozialen Umfeld zu sorgen.



Die gegenwärtige Finanzkrise, so Tomasi, zeige die globale Abhängigkeit nationaler Ökonomien. Für die weitere Entwicklung seien daher nicht nur Resultate entscheidend, sondern auch der Prozess, durch den Entwicklung erst verwirklicht werde. Im Rahmen der Förderung von Entwicklung sei die menschliche Person nicht nur Empfänger von Hilfe, sondern auch „der eigentliche Protagonist“. Es gelte dabei „die ethische und spirituelle Dimension der Person“ nicht zu vergessen.

Eine allgemeine Zustimmung zu den drei Kriterien, die Erzbischof Tomasi vorlegte, kann nach seinen Worten einen „grundlegenden Schritt“ in der Entwicklungspolitik bedeuten, um auf „die menschliche Person, ihre Rechte und ihre Würde auf allen Ebenen“ zu achten.

Den einzelnen Staaten falle die Pflicht zu, für sich selbst und gemeinsam ein Umfeld zu schaffen, das auf die Verwirklichung von Entwicklung ausgerichtet sei, so Tomasi. Sie seien aufgerufen, „alle Hindernisse für Entwicklung zu beseitigen, die durch die Verletzung der Menschenrechte verursacht sind“. Der Entwicklungsprozess müsse besonders in den armen Ländern vorangetrieben werden.

Neben dem Prinzip der Solidarität hob der Vertreter des Heiligen Stuhls in Genf auch das Subsidiaritätsprinzip hervor. Dieses Prinzip helfe, „die angemessene Ebene für das Fällen von Entscheidungen festzulegen“. Mit Hilfe des Subsidiaritätsprinzips könne zudem „eine Milieu geschaffen werden, das das Recht auf Entwicklung unterstützt“. Es garantiere, dass man vom Entwicklungsprozess wirklich profitieren könne, und zwar „durch den verantwortungsbewussten Gebrauch der Freiheit und der Talente“. Zum Recht auf Entwicklung gehört nach Erzbischof Silvano Tomasi auch der Zugang zu Nahrung, Unterkunft, Erziehung, ärztliche Hilfe und Arbeit.