Uns selbst im göttlichen Licht sehen

Aktueller Impuls zur Aktion „Nazaret-Gebet“ 2009 der Wiener Berufungspastoral

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WIEN, 5. Juni 2009 (ZENIT.org).- Sehen wir uns im Licht Gottes, das uns einen gesunden Umgang mit den eigenen Schwächen und Grenzen und ihre Annahme ermöglicht?

Die folgenden Gedanken möchten dazu beitragen. Sie sind einer Betrachtung der Schönstatt-Bewegung zur Initiative Nazaret-Gebet 2009 der Berufungspastoral der Erzdiözese Wien entnommen. Vor allem wollen sie jenen Eltern als Ansporn dienen, die im Rahmen der Nazaret-Gebet-Initiative täglich den „Angelus“ für die Berufung ihrer Kinder beten.

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„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst." (Lk 10,27)

Betrachtung
Wer an sich selbst Freude hat, hat auch an anderen Freude. Nirgendwo begegnen wir der menschlichen Seele so nah, wie in unserem eigenen Herzen. Wer sich selber groß sieht, ist ein Mensch des Friedens.

Wie können wir uns groß sehen? Da geht es nicht um positives Denken oder irgendwelche Tricks, um die Nase etwas höher zu tragen. Den wahren Grund, uns groß zu sehen, drückt Pater Kentenich in „Himmelwärts" - einer Gebetssammlung, die im Konzentrationslager Dachau entstanden ist - so aus:

„Du hast, o Vater, uns erwählt
in Christus für das Heil der Welt
als Saatkorn, Licht und Sauerteig,
als Werkzeug für sein Königreich."

Unser Selbstbewusstsein soll den Grund in der Zuwendung Gottes haben: Gott hat uns erwählt: als Saatkorn, als Licht, als Sauerteig, als Werkzeug. Und das Ja des himmlischen Vaters zu uns ist mächtig, es ist stärker als unsere Schuld und Schwäche.

Die tiefste Quelle unseres Selbstbewusstseins ist der Herr, der in unserem Herzen wohnt. Und wenn er Ja sagt zu uns, dann dürfen wir dieses Ja zu uns mit ihm sprechen.

Wir hören auf, an uns herumzukratzen, und geben der lieben Gottesmutter Raum, die von sich sagt: „Selig werden mich preisen alle Geschlechter, denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig" (Lk 1,49).

Wenn wir ein Ja sagen zu uns selbst, wenn wir uns selbst im göttlichen Licht sehen, dann ist Großmut und Güte anderen gegenüber der Grundton unserer Seele.

Gebet
Vater im Himmel, du liebst mich!
Du hast mich gewollt. Du hast dir gewünscht, dass ich da bin.
Deshalb bin ich ein geliebter Mensch: Gottes Kind, ja sogar dein Lieblingskind!
Ich sehe die Menschen aus meiner Umgebung vor mir: Stärke in allen Menschen das Bewusstsein, von dir erwählt und geliebt zu sein. Amen.

Leitgedanke für die Woche
Ich denke heute immer wieder: Du hast mich erwählt.

(nach: „Für den Frieden in der Welt." Neun-Tage-Gebet, Tilmann Beller)