"Unsere Absicht ist nicht die Welt zu verändern!"

Bruder Guy Consolmagno verbreitete seine Botschaft auf dem Religious Freedom Day in Rom

Rom, (ZENIT.org) Jill Carnà | 548 klicks

Auf der ersten Veranstaltung der gemeinnützigen Organisation TEDx trafen sich vergangenen Freitag, dem 19. April 2013, etwa 20 Sprecher, alle mit derselben Absicht: ihre Botschaft und ihr Anliegen zu verbreiten. Der Kongress, der im Auditorium in der Via della Conciliazione in Rom stattfand, bot den Rednern – Menschen verschiedener Herkunft, Interessen und Religionen – die Möglichkeit, ihre Anliegen in einem 18minütigen Auftritt vorzustellen.

Unter den Anwesenden war auch Bruder Guy Consolmagno, gebürtig aus Detroit, USA, der heute als planetarischer Wissenschaftler und Astronom am Vatikanischen Observatorium arbeitet. Nachdem er am Massachusetts Institute of Technology und am Harvard-College-Observatorium promovierte, schloss er sich im Alter von 29 Jahren dem Friedenscorps in Kenia an. Dort lehrte er den Armen und Kranken die Wissenschaft der Astronomie und weckte schnell ihr Interesse. Seiner Meinung nach ist das Interesse an wissenschaftlichen Kenntnissen auch bei den Armen und Ungebildeten vorhanden, nicht nur bei der westlichen Bevölkerung.

Consolmagno, seit 1992 Jesuitenbruder, vermittelte genau dies seinem Publikum in Rom. Mit Witz und Verstand präsentierte er eine Aufnahme der Erde aus dem All und zeigte, dass man, um diese lesen zu können, kein Studium der Astronomie abgeschlossen haben müsse. Das Publikum zeigte sich begeistert, und auch ihm gefiel die Veranstaltung von TEDx sehr gut, wie er uns in einem Gespräch mit ZENIT verriet.

ZENIT: Was ist bisher Ihr Eindruck der heutigen Veranstaltung?

Consolmagno: Es ist einfach wunderbar. Ich bin wirklich beeindruckt, sowohl von den Sprechern als auch von den verschiedenen Gesprächen, die ich hier mit den anwesenden Menschen führe.Es gibt so viele erstaunliche Menschen im Publikum, und diese zeigen so viel Leidenschaft und Interesse an dem Thema. Und sie lachen über meine Witze.

ZENIT: Sehen Sie Ähnlichkeiten in den Sichtweisen und Standpunkte der Menschen hier auf der Veranstaltung?

Consolmagno: Ja, die sehe ich. Ich denke, dass eine Veranstaltung wie diese nicht dazu geschaffen wurde, um Menschen zu bekehren. Vielmehr ist es eine Veranstaltung, die Leuten mit gemeinsamen Zielen neue Ideen verschafft oder neue Inspirationen für die Arbeit, die sie bereits leisten. In manchen Fällen gibt diese Veranstaltung den Menschen sogar neuen Mut. Arbeit, vor allem im Bereich des Glaubens und der Wahrung der Grundrechte, kann einen entmutigen. Man denkt, nur weil man die Welt nicht geändert hat, ist das, was man macht, zwecklos. Dann merkt man, dass es nicht unsere Absicht, ist die Welt zu verändern, sondern eine Person, das ist unser Ziel.

ZENIT: Ihre Mission, können Sie diese in einem einzigen Satz zusammenfassen?

Consolmagno: Meine Botschaft war die Hoffnung, dass religiöse Menschen vom Erfolg der Wissenschaft lernen könnten. Im besonderen, dass die Wissenschaft keine Angst davor hat, Fehler zu machen oder zuzugeben.

ZENIT: Wie kann man dieses Ziel erreichen?

Consolmagno: Ganz einfach, nimm dich nicht so ernst. Denke nicht, dass du immer Recht haben musst. Denn wenn du immer richtig liegst, dann bist du gescheitert.