Unsere Arbeit soll uns demütig machen, damit wir ein gutes Zeugnis der Kirche ablegen

Die Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 444 klicks

Die Messe des heutigen Tages zelebrierte Papst Franziskus gemeinsam mit den acht Kardinälen des „Rates der Kardinäle“, die sich von heute an bis zum 3.Oktober mit Papst Franziskus zusammensetzen werden. In der Predigt sagte er, er hoffe, die gemeinsamen Treffen würden mit sich bringen, dass alle demütiger und zuversichtlicher in Gott seien, bis die Kirche den Menschen ein positives Zeugnis von sich geben könne.

Papst Franziskus bezog sich in seinen Ausführungen auf das heutige Evangelium nach Lk 9,51-56, in dem Jesus den Aposteln Vorwürfe macht, dass sie Feuer vom Himmel für diejenigen möchten, die sie nicht empfangen wollen. Christ zu sein bedeute nicht, auf einem Weg der Rache zu gehen. Der Weg des Christen sei derjenige der Demut und der Güte, derjenige der Liebe und in dem Wissen, dass er in den Händen des Vaters sei, gehen könne. Vom Himmel komme kein Feuer, sondern etwas anderes.

„Es kommt der Heilige Geist, der der Barmherzigkeit, der alles verzeiht, der nicht prahlt, der demütig ist, der nicht sich selbst sucht. Jemand mag sagen – und es gibt viele Philosophen, die so dachten – dass dies wie eine Demütigung des Majestäten Mensch sei, seiner Größe. Das ist unfruchtbar!“

Die Kraft des Evangeliums bestehe in der Demut, der Demut Jesu, in derjenigen eines Kindes, das sich von der Liebe und Zärtlichkeit des Vaters lenken lasse.

„Benedikt XVI. hat uns gesagt, die Kirche soll nicht durch Proselytismus wachsen, sondern wegen ihrer Attraktivität, wegen des Zeugnisses, das sie gebe. Und wenn die Menschen, die Völker diese Zeugnisse der Demut, der Milde und des Großmuts sehen, spüren sie das Verlangen, von dem der Prophet Zacharias spricht: ‚Wir wollen mit dir kommen!‘ Die Menschen spüren dieses Verlangen vor dem Zeugnis der Barmherzigkeit, dieser demütigen Barmherzigkeit, ohne Überheblichkeit! Verehre und diene!“

Die Barmherzigkeit sei einfach, sagte Papst Franziskus, man müsse den Herrn verehren und den anderen dienen, dies sei das notwendige Zeugnis, das die Kirche wachsen ließe. Aus diesem Grund sei eine demütige und in Gott vertrauende Ordensschwester wie die Heilige Theresa zur Patronin der Mission geworden, weil ihr Beispiel die Menschen dazu bringe zu sagen: ‚Wir wollen mit euch kommen!‘. Am Ende der Predigt richtete Papst Franziskus einige Gedanken an die Treffen, die von heute an in den kommenden Tagen mit dem „Rat der Kardinäle“ im Vatikan stattfinden werden.

„Heute beginnt im Vatikan das Zusammentreffen der beratenden Kardinäle, die mit mir die Messe konzelebrieren. Wir bitten den Herrn, dass uns unsere Arbeit demütiger, sanfter, geduldiger und vertrauensvoller in Gott macht, damit die Kirche so den Menschen ein positives Zeugnis von sich geben kann, und indem sie das Volk Gottes, die Kirche sehen, bekommen sie das Bedürfnis, mit uns zu gehen!“