Unterschrift der lehramtlichen Präambel durch die Priesterbruderschaft St. Pius X

Entscheidender Schritt auf dem Weg zur vollen Einheit mit der Kirche erfolgt?

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ROM, 18. April 2012 (ZENIT.org). – Heute Vormittag gab die Päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“ der Glaubenskongregation bekannt, dass am 17. April als Antwort auf das Treffen vom 16. März diesen Jahres mit der Glaubenskongregation seitens der Priesterbruderschaft des hl. Pius X ein Antwortschreiben des Generaloberen Bernard Fellay eingegangen sei. Die Antwort werde „vom Dikasterium untersucht, um dann dem Urteil des Heiligen Vater vorgelegt zu werden.“

Der italienische Vatikanist Andrea Tornielli äußerte dazu, die Antwort des Oberen Bernard Fellay sei positiv, d.h. die Unterzeichnung der lehramtlichen Präambel, die Voraussetzung der Wiedereingliederung in die katholische Kirche sei, sei geleistet worden.  Der Text sei von Fellay mit nur unwesentlichen Änderungen unterzeichnet den vatikanischen Autoritäten zurückgeschickt worden.

Das Dokument wurde von der Kommission „Ecclesia Dei“ nie zur Veröffentlichung freigegeben, es handelt sich vermutlich um ein zweiseitiges Dokument vielschichtiger Inhalte.

Die Präambel enthalte eine „professio fidei“, deren Akzeptanz von jedem erwartet werde, der ein kirchliches Amt übernehmen möchte, so Tornielli.

Die Unterzeichnung der Präambel bedeute kein „Ende der legitimen Diskussionen, des theologischen Studiums der einzelnen Auslegungen der Texte des Zweiten Vatikanums“; vielmehr ebne es den Weg für weitere Klärungen. In den nächsten Wochen werde eine Analyse der Glaubenskongregation erwartet, dann eine Antwort des Papstes.

Spezialisten vermuten, dass die kanonische Lösung des Status der Piusbruderschaft in der Kirche durch „Personalprälaturen“ gelöst werden könnte, nach Modell des Opus Dei und in Anlehnung an die Eingliederung der Anglikaner durch „Anglicanorum coetibus“.

Personalprälaturen existieren seit 1983. Der Prälat der FSSPX würde damit direkt dem Heiligen Stuhl unterstehen, die Priesterbruderschaft würde weiterhin in der außerordentlichen Form zelebrieren und seine Seminaristen ausbilden können.

Die vier Punkte, die im Zentrum der Diskussion mit dem Vatikan stehen werden, sind nach eigenen Angaben der Piusbruderschaft: die Religionsfreiheit, beschrieben in „Dignitatis Humanae“, die Lehre über die Kirche, „Ekklesiologie“ der Konstitution „Lumen Gentium“, Nr. 8; die Lehre über den Ökumenismus in „Lumen Gentium“ und im Dekret „Unitatis redintegratio“ und die Doktrin der Kollegialität der Bischöfe, Nr. 22 aus „Lumen Gentium“, die angeblich in Konflikt mit der obersten Regierungsmacht der Kirche durch den Papst steht. [jb]