Unterschriftensammlung zum Schutz der Familie in Kroatien

Referendum zur verfassungsrechtlichen Eintragung der Familie als Verbindung zwischen Mann und Frau

Rom, (ZENIT.org) Rocío Lancho García | 523 klicks

Am 12. Mai 2013 begann in Kroatien eine Unterschriftensammlung zur Einberufung eines Referendums zum Eingang der Definition der Familie als Einheit zwischen Mann und Frau in die Verfassung.

Die von der Initiative „U ime obitelji“ (Im Namen der Familie) organisierte Unterschriftensammlung vereint verschiedene Bürgerrechts-Gruppierungen und -Vereinigungen, die die Kampagne zwischen dem 12. und 16. Mai an mehr als 2000 im ganzen Land verteilten Standorten starteten.

Die Abstimmungsfrage lautete folgendermaßen: „Wollen Sie, dass die Verfassung der Republik Kroatien die Ehe als Einheit zwischen Mann und Frau festlegt?“

Während der ersten beiden Tage wurden insgesamt 130.000 Stimmen gesammelt. Damit die Petition Gültigkeit erlangt, ist die Sammlung von 375.000 Stimmen binnen zwei Wochen erforderlich. Zu den Unterstützern der Petition zählen die katholische und die serbisch-orthodoxe Kirche, die muslimischen Gemeinschaften sowie verschiedene Vertreter des öffentlichen Lebens in Kroatien.

Auf der offiziellen Website der Initiatoren des Referendums wurde die Unterschriftensammlung als „Bürgerinitiative ‚Im Namen der Familie‘ bezeichnet, die Personen, Familien, NGOs für die Förderung der menschlichen Werte, religiöse Vereinigungen, Gemeinschaften, Bewegungen sowie alle, die die Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau betrachten, zur Unterstützung der Initiative aufgerufen.

Ferner ist Folgendes zu lesen: „Die Definition der Ehe als Einheit zwischen Männern und Frauen steht im Einklang mit den Werten, der Kultur und der Identität des kroatischen Volkes.“ Eine klare Definition der Ehe in der Verfassung der Republik Kroatien hätte demnach nicht nur in gesetzlicher Hinsicht, sondern auch auf die Gesellschaft im Allgemeinen einen positiven Effekt.

Durch die Mobilisierung der Bevölkerung soll in Kroatien einer Wiederholung der Geschehnisse in Frankreich vorgebeugt werden: der Erlaubnis gleichgeschlechtlicher „Ehen“ mit Adoptionsfreiheit.

Laut den Veranstaltern des Referendums ist gegenwärtig eine internationale Kampagne zur Förderung von Gesetzen und Maßnahmen gegen die Familien in Gang, die das Naturrecht verzerre und selbst den angeborenen Geschlechtsunterschied zu entstellen versuche.

In diesem Zusammenhang löste die amtierende kroatische Regierung mit der Mehrheit der linksliberalen und der liberalen Partei mit der Aufnahme des Gegenstandes „Gesundheitserziehung“ in den Lehrplan, der in Wahrheit eine sehr freie sexuelle Erziehung für Kinder und Jugendliche vorsieht, in der Zivilgesellschaft breiten Widerstand ausgelöst.

Die Einführung des Lehrplanes erfolgte rechtswidrig und nicht unter Einhaltung aller gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren. Darüber hinaus kam es im Vorfeld zu keiner Konsultation mit den Eltern. Die Kontroverse verschärfte sich durch die Abweisung von Anträgen auf Befreiung vom Unterricht und Weigerungen aus Gewissensgründen von Seiten der Behörden. Der Großteil der Eltern stand dem verpflichtenden Charakter des Lehrplanes ablehnend gegenüber und beanspruchte das Recht auf Erziehung ihrer Kinder in einem derart wichtigen Bereich wie der Sexualkunde.

Ebenso wie in Frankreich und Spanien gingen ideologisch radikalere Gruppierungen den Weg der Provokation und der Gewalt. An einigen Standorten der Unterschriftensammlung für das Referendum kam es zu Verbalattacken und körperlichen Angriffen gegen die Freiwilligen.

Der schwerwiegendste Zwischenfall ereignete sich an einem der Hauptplätze der Hauptstadt Zagreb. Ein junger Mann schleuderte einen brennenden Gegenstand auf einen der Tische, an denen Unterschriften gesammelt wurden und fügte einer Frau dabei Verbrennungen zu. Am selben Tag wurde ein Student, der Unterschriften sammelte, von einem Mann angegriffen.

Während ich Menschen zur Unterstützung an der Unterschriftenaktion aufforderte, wurde die 20-jährige Kristina von einem Unbekannten mit der Faust auf den Kopf geschlagen. Der Mann entkam, und das Mädchen ist wohlauf. Sie möchte sich bis zum Ende an der Unterschriftensammlung beteiligen.

Am 26. Mai 2013 sagte Kristina: „Es war furchtbar, einem Gewaltakt zum Opfer zu fallen, nur weil ich mich für eine Causa engagiere, die jemand nicht befürwortet. Es ist peinlich für all jene, die zu diesen Angriffen ermutigen oder nichts dagegen unternehmen. Ich werde meinen Einsatz für dieses Thema auf jeden Fall fortsetzen. Ich lasse mich nicht von der Ausübung meines Rechtes abhalten, zu sagen, dass die Ehe in der Einheit zwischen einem Mann und einer Frau besteht.“