Unterwegs nach Australien: Benedikt XVI. spricht mit den Journalisten

Missbrauchsfälle, Ausgrenzung der Religion, Schöpfungsverantwortung

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ROM, 14. Juli 2008 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. bekräftigte die feste Absicht der Kirche, Fällen von sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker zu verurteilen und sie zu verhüten. Dies war eines der Themen der Gesprächs des Heiligen Vaters mit den 43 Journalisten, die gemeinsam mit ihm zum Weltjugendtag nach Australien geflogen sind. Der Papst betonte, dass ein Mann, der sich pädophiler Handlungen schuldig mache, für das Priesteramt ungeeignet sei.

Der Papst kündigte an, dass er die Jugendlichen für eine größere Verantwortung gegenüber der Schöpfung sensibilisieren wolle, und kam auch auf das Problem der Säkularisierung und die Krise der Kirche zu sprechen. Das Gespräch mit den Journalisten dauerte rund 20 Minuten.

Eine Frage betraf die Zukunft der Kirche in Australien, einer der am meisten säkularisierten Gesellschaften der Welt. Benedikt XVI. zeigte sich optimistisch. „Jetzt, in diesem historischen Moment, beginnen wir zu verstehen, dass die Welt Gott braucht“, so der Heilige Vater. Australien sei Teil der westlichen Kultur, die in den letzten 50 Jahren in Wirtschaft und Technologie große Erfolge zu verzeichnen habe. Die Religion jedoch sei „ausgegrenzt“ worden.

Diese Krise spiegle sich auch in jenen Menschen wider, die meinten, ohne Gott eine bessere Welt aufbauen zu können. Allerdings handle es sich hierbei um eine vorübergehende Sichtweise, da „Gott in den Herzen der Menschen ist und nicht verschwinden kann“. Somit sei es notwendig, die richtige Weise zu finden, um den Glauben zu wecken, ihn dem Menschen von heute verständlich zu machen.

Zum Thema der sexuellen Missbrauchsfälle betonte der Papst, dass alles unternommen werde, um die Lehre der Kirche gerade in der Priesterausbildung klar zu machen, damit es nicht erneut zu derartigen kriminellen Fällen komme. Außerdem solle alles dafür getan werden, um die Wunden der Opfer zu heilen und eine Aussöhnung zu suchen.

Mit Blick auf den Problemkreis Klimawandel kündigte Benedikt XVI. an, dass er davon zu den Jugendlichen sprechen werde. Es sei notwendig, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Bewahrung der Schöpfung zu stärken. Aufgabe der Kirche sei es, wesentliche Impulse zu geben, damit die Politik immer mehr in der Lage sei, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen.

„Wir müssen unsere Verantwortung entdecken“, so der Papst. „Wir müssen die ethische Fähigkeit zu einem Lebensstil finden, der notwendig ist, um eine Änderung herbeizuführen und eine positive Lösung dieser Probleme zu finden.“ Die Kirche müsse an das Gewissen des Menschen appellieren; die Lösung dieser Frage aber sei Aufgabe der Politik.