US-Botschafter Rooney zur Begegnung von Papst Benedikt XVI. US-Präsident Bush am Samstag

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ROM, 8. Juni 2007 (ZENIT.org).- Botschafter Francis Rooney, offizieller Vertreter der USA beim Heiligen Stuhl, hat im Vorfeld der Begegnung des Papstes mit Präsident George Bush am Samstag gegenüber ZENIT auf ihre gemeinsamen Interessen hingewiesen und mögliche Gesprächsthemen angesprochen.



Rooney nannte in erster Linie die Freiheit und weltweite Förderung der Menschenwürde. In diesem Zusammenhang stünden höchstwahrscheinlich die „weltweiten Bemühungen zur Terrorbekämpfung und zu Verständnis und Umgang mit dem Fundamentalismus“ im Mittelpunkt. In der Vergangenheit habe sich der Heilige Vater „zu einigen der religiösen und dogmatischen Grundlagen des Extremismus“ geäußert“, fügte der Diplomat hinzu.

Rooney führte im Hinblick auf das Thema Migration aus, dass er seit seinem Amtseintritt immer mehr erkannt habe, dass Bevölkerungsbewegungen und Abwanderungen ein „globales Ausmaß“ erreicht hätten. „Die Welt der freien Marktwirtschaft, der weit verbreiteten Kommunikationsfluss und der freie Austausch von Gütern und Dienstleistungen“ hätten stark dazu beigetragen. Heute sei die Migration nicht nur ein Problem der USA, sondern betreffe auch Länder wie Italien, Großbritannien und Deutschland.

Während einerseits die Zuwanderung geregelt gehöre, müsse andererseits auch in Betracht gezogen werden, dass „alle Menschen gleich sind und dass alle dieselben Möglichkeiten haben sollten, ihre Talente zu entwickeln und in ihrem Leben Gelegenheiten zu schaffen und zu nützen“.

Überdies sah Rooney auch im Bereich „Hilfe für Afrika“ gemeinsame Interessen zwischen dem Heiligen Stuhl und den USA. In diese Zusammenhang wies er auf einen Kongress zum Thema Aids hin, den seine Botschaft vor kurzem veranstaltet hat und an dem unter anderem Vertreter der vatikanischen Stiftung des Barmherzigen Samariters und der internationalen Caritas sowie Experten der Vereinten Nationen teilnahmen. Die Aids-Prävention und die Behandlung von Aids-Kranken gehörten zu den Kernthemen der US-Administration, so Rooney, der die bedeutende Rolle hervorhob, die die katholischen Organisationen in diesem Bereich spielten: „Ungefähr 27 Prozent aller Menschen, die an Aids leiden, werden in katholischen Einrichtungen betreut.“

Als weiteren Themenschwerpunkt nannte Rooney den Klimawandel und den Einfluss der Abgase: „Die Art und Weise, mit dem Abgasproblem umzugehen, besteht darin, fortschrittliche Technologien zu nutzen, um das Problem zu lösen und es nicht einfach einem anderen Land aufzubürden. Ich denke, es ist ganz natürlich, die Technologien jenen Ländern zur Verfügung zu stellen, die sie am meisten benötigen; so kann das Problem für alle gelöst werden.“

Der Präsident der Vereinigten Staaten trifft heute in der italienischen Hauptstadt ein. Für Samstagvormittag ist ein Treffen mit dem italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano vorgesehen. Danach wird sich Bush unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen in den Vatikan begeben, wo er um 11.00 Uhr von Benedikt XVI. empfangen wird. Im Anschluss an die Unterredung mit dem Papst wird Bush mit Kardinals-Staatsekretär Tarcisio Bertone zusammentreffen.

Der ursprünglich geplante Besuch des Präsidenten in Trastevere und bei der Gemeinschaft von Sant’Egidio wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt. Bush wird einigen Vertretern von Sant'Egidio in der amerikanischen Botschaft begegnen.