US-Krankenversicherungen sollen die Kosten für sogenannte Familienplanung übernehmen

Ein verwaltungstechnischer Trick der Obama-Administration

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Von Dr. Edith Breburda*

ROM, 13. Februar 2012 (ZENIT.org). - Unter vorbeugenden Maßnahmen versteht man in der Medizin zum Beispiel  Cholesterinspiegelabsenkung, Brustkrebsprävention oder Darmkrebsprophylaxe, die die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Krankheiten herabsetzen oder vermindern. Krankenkassen decken derartige Maßnahmen. Die Wirksamkeit von Präventivmaßnahmen ist auch darin zu sehen, dass Krankenkassen Kosten sparen, wenn eine Krankheit früh genug erkannt und ihr Ausbrechen verhindert wird. Kann man Verhütungsmittel, Sterilisation und Abtreibung als Präventivmaßnahmen bezeichnen? Man verhindert damit die eigene Fortpflanzung.

Eine Studie aus dem Jahr 1982 zeigte, dass multiphasische Verhütungsmittel im ersten Jahr bei 11 Prozent zum Eisprung führen, bei längerer Einnahme der Pille steigt die Ovulationsrate (Eisprung) auf 44 Prozent. Die Pille verhindert in solchen Fällen die Einnistung des Embryos zwischen seinem 7.-9. Lebenstag, d. h. dem Embryo wird die weitere Chance sich zu entwickeln genommen, er stirbt. (bei der humanen embryonalen Stammzellforschung wird ein Embryo am 5.-7. Tag getötet). Reproduktionsmediziner sehen in Verhütungsmitteln hoch potente Pharmaka, welche unzählige, meist unbekannte Nebenwirkungen haben, und gesunde Frauen ohne jegliche Krankheitsursache einnehmen. Dass Kontrazeptiva nicht vom Markt genommen werden scheint an der unzureichenden Aufklärung zu liegen, sagt der Schweizer Gynäkologe Dr. med. Rudolf Ehmann in seinen Veröffentlichungen. Kontrazeptiva erhöhen das Risiko für Brustkrebs, Schlaganfall, Leberkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Embolien, Thrombosen, Herzinfarkte, Unfruchtbarkeit, Depression; sie erhöhen den Blutzucker, das Cholesterin, und können eine Frühabtreibung bewirken (Promises of New Biotechnologies, 2011).

Die Pille kann somit als eine Substanz bezeichnet werden, die Krankheiten auslösen kann. Sie wird eingenommen, um Fruchtbarkeit zu verhindern. Krankenkassen werden wahrscheinlich mehr Geld ausgeben müssen, um die Spätfolgen ihrer „Pillenpatienten“ zu behandeln, obwohl ein Präventionsmittel doch Kosten senken soll.

Ein Renner der heutigen Medizin sind Naturheilpraxen. Selbst über Steve Jobs wurde bekannt, dass er mehr Vertrauen in die Homäopathie hatte als in die Schulmedizin, als er unter Pankreaskrebs litt. Erstaunlicherweise wird die ganze Gesundheitsdebatte in den USA ohne Hinweis auf die natürliche Familienplanung (NFP) geführt. Sie hat keine bekannten Nebenwirkungen und kostet so gut wie nichts. Die Pille hingegen kostet den „Verbraucher“ zwischen 20 und 80 Dollar im Monat, erklärte die katholische US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius. Arme Leute könnten sie sich nicht leisten. Hochgerechnet wären das durchschnittlich 600 Dollar im Jahr. Die Pille wird bis zu 20 Jahre lang eingenommen.

Irgendjemand muss also für die Kosten aufkommen, wenn das neue US-Gesundheitsgesetz in Kraft tritt. Wenn jetzt aufgrund des Kompromissvorschlages des US-Präsidenten alle, das heisst auch die katholischen Krankenversicherungen in ihre Leistungen Kontrazeptiva aufnehmen und kostenlos anbieten sollen, steigt automatisch der Versicherungsbeitrag, ganz abgesehen davon, dass man jemanden nicht zwingen kann, die reproduktionsverhütenden Praktiken seines Nachbarn zu bezahlen. Der Staat kann und darf auf seine Bürger keinen Zwang ausüben. So etwas steht im klaren Gegensatz zur amerikanischen Verfassung.

US-Politiker und US-Kirchenmänner, egal welcher Religion, sehen in der neuen Entscheidung des US-Präsidenten, wonach nun nicht mehr die Kirche, sondern alle Krankenkassen die Kosten für die freie Ausgabe von Kontrazeptiva usw. übernehmen sollen, einen verwaltungstechnischen Trick, der Menschen, die ihr Gewissen und die Lehre der Kirche ernst nehmen, diskriminiert. Es werden jedoch auch innerhalb der Kirche Stimmen laut, die infolge der US-Gesundheitsgesetzgebung eine Trennung der „Spreu vom Weizen“ sehen. „Pro Obama Stoßstangen-Aufkleber“ wird man so hoffentlich nicht mehr auf den vor den Kirchen parkenden Autos zu sehen bekommen, bemerkt einer der Opponenten des neuen US-Gesundheitsgesetzes.

*Die Autorin ist als Biomedizinexpertin in Madison, der Metropole der US-Stammzellenforschung, tätig. Im deutschen Sprachraum veröffentlichte sie neben der Autorentätigkeit für die Lebensschutzorganisation ALfA unter anderem das Buch:
Edith Breburda: Die Verheißungen der neuesten Biotechnologien, Stein am Rhein, Christiania Verlag 2010.