US-Präsident Obama zu Besuch bei Papst Benedikt XVI.

Gespräche über den wahren Fortschritt der Völker

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ROM, 10. Juli 2009 (ZENIT.org).- Die großen globalen Herausforderungen, mit denen sich internationale Gemeinschaft konfrontiert sieht, standen im Mittelpunkt der rund 40-minütigen Unterredung Papst Benedikts XVI mit US-Staatspräsidenten Barack Obama. Bei seinem ersten Besuch im Vatikan traf Obama auch mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und Erzbischof Dominique Mamberti, Sekretär für die Beziehung mit den Staaten, zusammen.



Der US-Präsident hatte bis heute am Gipfeltreffen der G8-Staaten in der mittelitalienischen Stadt L’Aquila teilgenommen, wo man sich am Ende unter anderem auf finanzielle Unterstützung für die Landwirtschaft in Afrika durchrang: Für die nächsten drei Jahre wurde ein Betrag von 20 Milliarden Dollar (über 14 Mrd. Euro) zugesagt – ursprünglich waren 15 Milliarden Dollar anvisiert worden.

Die Unterstützung der armen Länder Afrikas und Lateinamerikas, die Lebensmittelknappheit, die Weltwirtschaftskrise und das Thema der Entwicklungshilfe standen ebenso wie das Problem des Drogenhandels und die Zusammenführung von Migrantenfamilien im Zentrum des herzlichen Gedankenaustausches im Vatikan.

Wie der Heilige Stuhl berichtete, sei man in Bezug auf den Nahost-Friedensprozess einer Meinung, und beide Seiten zeigten sich mit Blick auf den interkulturellen und interreligiösen Dialog davon überzeugt, dass den jungen Menschen überall auf der Welt beigebracht werden müsse, tolerant zu sein.

Neben der Frage nach dem wahren Fortschritt der Völker ging es bei den Gesprächen im Vatikan auch „um die Verteidigung und Förderung des Lebens und das Recht auf Gewissensverweigerung“. Papst Benedikt schenkte seinem Gast, der für eine Liberalisierung der Abtreibungsbestimmungen und die Förderung der embryonalen Stammzellenforschung eintritt, eine Ausgabe von Dignitatis personae, jener Instruktion der Kongregation für die Glaubenslehre aus dem vergangenen Jahr, in der einige bioethische Fragen beleuchtet werden.

Benedikt XVI. versprach dem US-Präsidenten zum Abschluss, dass er für ihn beten werde, während Obama die Hoffnung nach einer engen Beziehung mit dem Papst zum Ausdruck brachte.