US-Senator Kennedy schrieb Papst Benedikt XVI. einen Brief

„Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie für mich beten würden“

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WASHINGTON, D.C., 2. September 2009 (ZENIT.org).- Beim Begräbnis von Edward „Ted“ Kennedy am vergangenen Samstag wurde ein Brief verlesen, den der US-Senator kurz vor seinem Tod an Papst Benedikt XVI. geschrieben hatte. Darin bekennt er seine Unvollkommenheit und bittet um Gebet.



Auf dem Arlington National Cemetery las der frühere Erzbischof  von Washington, Kardinal Theodore McCarrick, Teile dieses Briefes vor. US-Präsident Barack Obama hatte dem Heiligen Vater das Schreiben im Juni persönlich übergeben.

„Ich schreibe in tiefer Demut und bitte Sie, für mich zu beten, da sich mein Gesundheitszustand verschlechtert“, schreibt Kennedy. „Vor mehr als einem Jahr wurde bei mir ein Krebsgeschwür im Gehirn entdeckt, und – obwohl ich die Behandlung fortsetze – belastet mich diese Krankheit sehr. Ich bin 77 Jahre alt und bereite mich auf die nächste Lebensetappe vor.“

Kennedy bekennt, dass ihm das Geschenk des Glaubens in seinen dunkelsten Stunden „Trost spendete“, ihn innerlich habe wachsen lassen und ihn aufrecht erhalten habe. „Ich weiß, dass ich ein unvollkommener Mensch gewesen bin. Aber mit Hilfe meines Glaubens habe ich versucht, den richtigen Weg zu gehen.“

Der Senator unterstreicht, dass er für den Schutz der Gewissensfreiheit im Gesundheitsbereich eintrete, und bekräftigt seine Verpflichtung, zusammen mit seinen Kollegen im Senat daran zu arbeiten, „eine allumfassende nationale Richtlinie zu entwickeln, die die Gesundheitsfürsorge für jeden gewährleistet“.

Sein Brief endet mit folgenden Worten: „Ich habe immer versucht, ein treuer Katholik zu sein, Eure Heiligkeit. Auch wenn ich dem durch menschliche Schwächen nicht gerecht werden konnte, so bin ich niemals gescheitert in meinem Glauben und meiner Achtung gegenüber den grundlegenden Lehren meines Glaubens. Ich werde weiterhin um Gottes Segen für Sie und unsere Kirche beten, und wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie für mich beten würden.“

Kardinal McCarrick erwähnte beim Begräbnis, dass der Papst dem US-Präsidenten ein Antwortwortschreiben für Kennedy mitgegeben habe, und las ebenfalls Passagen dieses Briefs vor. Der Papst wünschte dem damals schwerkranken Politiker, der am 25. August sterben sollte, dass er „von Glaube und Hoffnung getragen werde“ und dass ihm „die kostbare Gnade geschenkt werden möge, sich voll Freude dem Willen Gottes zu ergeben, der unser barmherzige Vater ist“.